Sediment, Erdöl, Kreide : Auf Sand gebaut: Bodenschätze aus MV

Kreide-Tagebau (l.) und Tagebau eines Kieswerkes auf Rügen (r.) sowie eine Erdölsonde auf Usedom
Kreide-Tagebau (l.) und Tagebau eines Kieswerkes auf Rügen (r.) sowie eine Erdölsonde auf Usedom

Sediment bleibt Rohstoff Nummer eins. Mit Erdöl und Kreide lagern im Nordosten aber auch andere Bodenschätze

svz.de von
30. März 2016, 12:00 Uhr

Trotz sinkender Umsätze in der Bauwirtschaft liegt der Abbau von Rohstoffen wie Sand und Kies in Mecklenburg-Vorpommern auf stabilem Niveau. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Bergamtes in Stralsund rund 13,2 Millionen Tonnen Kies und Sand aus Tagebauen gefördert. Das sind nur 100 000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

Die geförderten Sande und Kiese werden vor allem in der Bauindustrie und dort vorrangig für den Straßenbau eingesetzt. Zuwächse erlebten vor allem Tagebaue in der grenznahen Region zu Polen, wo Baustoffe auch für den Großraum Stettin abgebaut würden, sagte der Leiter des Bergamtes, Thomas Triller. Dagegen war der Gesamtumsatz der Baubranche nach Angaben des Bauverbandes Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent zurückgegangen.

Im Bergbau sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 650 Mitarbeiter beschäftigt. Landesweit werden nach Angaben des Bergamtes 160 Tagebaue zur Förderung von vorrangig Kies und Sanden, aber auch von Ton und Kreide betrieben.

Mehr als 1,4 Millionen Tonnen Sand wurden nach Angaben des Bergamtes im vergangenen Jahr offshore abgebaut, also in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern. Davon wurden rund 560 000 Tonnen für den Küstenschutz vor Hiddensee eingesetzt und 860 000 Tonnen gewerblich genutzt. Nach 2010 mit 4,6 Millionen Tonnen, 2011 mit 2,9 Millionen Tonnen und 2006 mit 2,3 Millionen Tonnen ist das die viertgrößte Abbaumenge von Sand in der Ostsee seit zehn Jahren.

Das Kreidewerk auf der Insel Rügen hat im vergangenen Jahr 408 000 Tonnen Kreide aus den Tagebauen Promoisel und Goldberg gefördert – rund 20 000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Abbaumengen hatten sich vor knapp zehn Jahren nach einem Großauftrag von Vattenfall deutlich erhöht. Der Energiekonzern nutzt die Kreide zur Rauchgasentschwefelung im Kraftwerk Jänschwalde, um die Schadstoffemissionen bei der Verbrennung von Braunkohle zu verringern. Aber auch als Düngekalk findet die Rügener Kreide Verwendung. In den Tagebauen Promoisel mit knapp zwei Millionen Tonnen und Goldberg mit rund 20 Millionen Tonnen lagern bei jährlichen Abbaumengen von 400 000 Tonnen nach Angaben des Bergamtes noch Vorräte für rund 50 bis 60 Jahre.

Aus den langsam versiegenden Erdölquellen in Vorpommern floss 2015 weniger schwarzes Gold als im Vorjahr. Die Fördermenge ging von 4800 Tonnen (2014) auf 3600 Tonnen (2015) zurück.

Die Förderung von Ton spielt in Mecklenburg-Vorpommern eine untergeordnete Rolle. Lediglich 32 000 Tonnen Spezialtone wurden 2015 aus drei Tagebauen bei Friedland und Grimmen gefördert - eingesetzt im Deponiebau, als Katzenstreu oder Zuschlagstoff für die Futterindustrie. Trotz guter Vorkommen in Lagerstätten werde kaum Ton gefördert, da derzeit die Absatzmöglichkeiten gering seien, sagte Triller.

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