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Verkehrszählung in MV : Auf MV-Autobahnen rollt mehr Verkehr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Starker Zuwachs rund um Rostock, die A14 bleibt jedoch hinter Prognosen zurück

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Andrang auf den Schnellstraßen: Im 554 Kilometer langen Autobahnnetz in MV hat der Verkehr seit 2010 deutlich zugenommen – vorallem rund um Rostock und Schwerin. Nahe der Hansestadt waren auf der A19 teilweise mehr als doppelt so viele Fahrzeuge unterwegs, auf der A 20 etwa ein Drittel mehr. Auf der Autobahn 14 nahm der Verkehr nahe Schwerin um mehr als 50 Prozent zu, geht aus der jetzt von der Bundesanstalt für Straßenwesen vorgelegten Verkehrszählung hervor. Auf der A24 waren nahe des Logistikparks Valluhn etwa ein Viertel mehr Fahrzeuge unterwegs als fünf Jahre zuvor.

Bestandspflege statt Neubau: Um den Belastungen auf den Schnellstraßen gerecht zu werden, halten die Straßenbauer die Ausgaben für Instandhaltungsarbeiten hoch. Für 2017 habe der Bund dafür in MV 25 Millionen Euro vorgesehen, teilte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) mit.

Der Verkehrszählung zufolge gehören die A19-Abschnitte zwischen Rostock-Nord und
-Ost sowie auf der A20 zwischen Rostock-West und dem Kreuz A19 zu den verkehrsreichsten Strecken in MV – täglich rollen dort zwischen 32 900 und 38 000 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Auf dem bundesweit am stärksten befahrenen Autobahnabschnitt am Kreuz Köln-Ost wurden 171 200 Fahrzeuge gezählt. Bis zu 37 300 Autos fahren auf der Strecke zwischen Zarrentin und Gallin auf der A24.

Auf der A 14 ist die Fahrzeugdichte indes nur ein Drittel so groß – 11 200 Fahrzeuge rollen zwischen Schwerin-Nord und
-Ost, 4000 mehr als fünf Jahre zuvor. Inzwischen dürften mehr Fahrzeuge die Strecke nutzen. Die Zählung fand vor der Freigabe des A14-Abschnitts bis zur B5 Ende 2015 statt. Das mache deutlich, dass der Weiterbau der A14 für MV wichtig sei, so Pegel. Mit der Fertigstellung der Strecke bis Brandenburg werde der Verkehr noch besser fließen.

Für Umweltschützer ein falsches Signal: Straßenbau sei das beste Rezept, die Autoflut weiter zu steigern, wandte sich Corinna Cwielag, Landeschefin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gegen weiteren Neubau: „MV hat genügend Straßen und gemessen an der Einwohnerzahl eines der besten Verkehrsnetze in Europas.“ Cwielag erneuerte die Kritik an der 1,3 Milliarde Euro teuren neuen A14-Trasse bis Magdeburg. Nach wie vor würden die prognostizierten 16 000 Fahrzeuge täglich nicht erreicht. Dafür hätte der dreispurige Ausbau der parallel verlaufenden Bundesstraße ausgereicht – zur Hälfte der Kosten. Cwielag: Statt immer neue Straßen brauche MV ein besseres öffentliches Verkehrsangebot mit attraktiven Angeboten.  



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