Landesjugendorchester : Auf Klangteppichen in den Orient

Die Blechbläser des Landesjugendorchesters Mecklenburg-Vorpommern bei den Proben auf Schloss Dreilützow Fotos: Volker Bohlmann
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Die Blechbläser des Landesjugendorchesters Mecklenburg-Vorpommern bei den Proben auf Schloss Dreilützow Fotos: Volker Bohlmann

Das Landesjugendorchester ist derzeit im Winterprobenlager auf Schloss Dreilützow nahe Wittenburg. Konzerte sind in Ludwigslust, Rostock und Bollewick geplant

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07. Februar 2018, 05:00 Uhr

Wenn andere Schüler in die Winterferien gehen, zieht sich der Musikernachwuchs im Land zum Probenlager ins Schloss zurück. Die 74 Mitglieder des Landesjugendorchesters (LJO) haben seit Freitag ihr Winterlager in Dreilützow und setzen dem zwischen schneeweiß und grau schwankenden Spätwinter träumerisch verzauberte Töne wie aus Tausend und einer Nacht entgegen: Als „Märchenhafter Orient“ kündigt sich die kleine Konzertreise an, auf der die Ergebnisse der aktuellen Probenphase präsentiert werden sollen. Auf dem Programmplan: die Aladdin-Suite op. 34 des dänischen Komponisten Carl Nielsen, das d-Moll-Violinenkonzert von Jean Sibelius und die sinfonische Dichtung „Scheherazade“ von Nikolai Rimsky-Korsakow. „Das sind wirklich sehr anspruchsvolle Stücke. Eine ganz leichte Überforderung muss dabei schon spürbar sein, damit es den Schülern Spaß macht und es über das hinausgeht, was vielleicht im heimischen Musikschulorchester gespielt wird“, sagt Martin Doerks. Er ist beim Landesmusikrat als Projektleiter für das Nachwuchsorchester tätig.

Die Scheherazade sei eine Idee von Dirigent Stanley Dodds gewesen. Der australisch-kanadische Musiker leitet seit 2012 das Jugendorchester künstlerisch. Damit auch ein abendfüllendes Programm daraus wird, wurde man auf der Suche nach ergänzenden Werken schnell auf die Aladdin-Suite aufmerksam. Den Solopart im Sibelius-Konzert übernimmt mit Stanley Dodds Bruder Daniel Dodds ebenfalls ein Profi. Die Noten für die Winterproben haben die Musikschüler aus ganz MV bereits im Dezember geschickt bekommen, um sich mit ihren Lehrern darauf vorbereiten zu können. Die Registerproben in den einzelnen Instrumentengruppen werden von Orchesterprofis aus dem Nordosten der Republik geleitet. Auch für die Gesundheitsprävention ist während der Probenzeit gesorgt.

„Gerade in so einem Flächenland wie unserem ist es oftmals gar nicht möglich, den Nachwuchs vernünftig in Sachen Orchesterspiel zu fördern. Deshalb ist das Orchester zugleich ein Förderprojekt. Die Schüler im Alter von 11 bis 22 Jahren kommen aus allen Regionen, von Heringsdorf bis Wismar. Für manche ist es sicher schwer, der Einzige im Heimatdorf oder der Schulklasse zu sein, der Klassik toll findet. Hier aber merken sie dann, sie sind nicht alleine mit ihrer Begeisterung“, erklärt Doerks. Und wenn man dann sehe, wie sich bei den Probenphasen in wenigen Tagen das Wirrwarr lichtet und die Stücke wachsen, dann sei das jedes Mal beeindruckend. Wer die Resultate live erleben will, der hat bei insgesamt vier Konzerten in Ludwigslust, Rostock und Bollewick die Gelegenheit dazu.

Das Landesjugendorchester wurde 1991 gegründet um begabte Nachwuchsmusiker zu fördern. Bei den Festspielen MV ist das LJO regelmäßig zu Gast. Es wird vom Bildungsministerium MV, der Vertretung des Landes beim Bund und dem Norddeutschen Rundfunk finanziell unterstützt.

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