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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 01:36 Uhr

Auf die richtige Mischung kommt es an

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2012 | 06:26 Uhr

Ich habe ein normales Sparkonto. Ist mein Geld dort sicher?

Das Geld ist sicher. Zum einen sind 100 000 Euro je Anleger über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Darüber hinaus gibt es institutsgebundene Sicherungsfonds, sowohl bei Sparkassen als auch bei Genossenschaftsbanken und deutschen Privatbanken.

Ich habe seit 1993 eine Kapitallebensversicherung, die noch anderthalb Jahre läuft. Soll ich die kündigen oder weiterlaufen lassen?

Wenn Sie das Geld nicht kurzfristig dringend benötigen, wäre es sehr wahrscheinlich besser, den Vertrag planmäßig zu Ende zu führen. Die Einbußen für die vorzeitige Kündigung wären zu hoch.

Ich bin eine risikofreudige Anlegerin und habe 30 000 Euro in einem deutschen Aktienfonds angelegt. Im vergangenen Jahr sind die Kurse gefallen, obwohl es immer heißt, der deutschen Wirtschaft geht es gut. Passt das zusammen?

Aktienfonds unterliegen generell Wertschwankungen, weil die Börse auch emotional reagiert und zudem vermeintliche Zukunftsrisiken mit einpreist. Ihr Depot ist falsch strukturiert, wenn Sie das gesamte Geld in deutsche Aktienfonds investiert haben. Um das Risiko zu verkleinern, sollte immer eine Streuung über verschiedene Anlageklassen - Aktien, Immobilien, Rohstoffe und Rentenpapiere - erfolgen. Auch die Aktien selbst sollten verschiedenen Branchen und Wirtschaftsregionen der Welt angehören. Im vergangenen Jahr konnte eine Aktienanlage in Dividendenpapiere weltweit im Vergleich zum deutschen Aktienmarkt eine positive Rendite erzielen. Der richtige Mix ist entscheidend.

Ich habe einen Vertrag über eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen. Muss ich dafür Steuern bezahlen?

Es geht um eine Entgelt umwandlung. Hier wird das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung angewandt. Die Beiträge, die in die Pensionskasse eingezahlt werden, werden nicht versteuert und es müssen auch keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Im Gegenzug müssen Sie für die Rente aus der betrieblichen Altersvorsorge im Alter sowohl Steuern als auch Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Wir haben aus einer Versicherung 40 000 Euro bekommen. Sollen wir das Geld auf eine Tagesgeld zu 2,7 Prozent Zinsen einzahlen oder in Investmentfonds anlegen.

Zunächst müssen sie entscheiden, was Ihnen wichtig ist - Sicherheit, Verfügbarkeit oder die Chance auf eine höhere Rendite. Wenn für Sie die Sicherheit im Vordergrund steht, dann sollten sie sich für das Tagesgeldkonto entscheiden. 2,7 Prozent sind derzeit ein gutes Angebot. Das Geld auf diesem Konto ist für Sie jederzeit verfügbar. Wertpapiere, zu denen auch die Anteile in Investmentfonds gehören, sind mit einem Verlustrisiko behaftet. Deshalb sind Sie als sicherheitsorientierter Anleger damit nicht gut bedient.

Ich habe einen offenen Immobilienfonds, der seit Mai 2011 geschlossen ist. Die Öffnung wurde jetzt wieder verschoben. Wie komme ich wieder an mein Geld?

Sie haben zwei Möglichkeiten. Spätestens im Mai 2012 muss der Immobilienfonds wieder aufmachen, weil die Zwei-Jahres-Frist abläuft. Ansonsten muss der Fonds abgewickelt werden. Das würde bedeuten, dass das Management die Immobilien verkauft und die Einnahmen an die Anleger verteilt werden.

Ich habe Anteile an einem geschlossenen Immobilienfonds. Seit Jahren habe ich keine Ausschüttungen bekommen. Im Gegenteil: Ich musste sogar Geld nachschießen. Was soll ich machen?

Sie haben zwei Möglichkeiten. Entweder Sie halten durch bis zum Ende der Laufzeit des Fonds oder Sie versuchen, über den Zweitmarkt einen Käufer für Ihre Anteile zu finden. Der Erfolg und die Frage, ob Sie einen Käufer finden, hängen aber davon ab, wie erfolgreich der Fonds gelaufen ist. Bei geschlossenen Fonds kann es immer vorkommen, dass die Nachhaftung greift, der Anleger weiteres Geld einzahlen muss.

Ich habe Bedenken, dass das Geld immer weiter an Wert verliert. Sollte ich ein Haus kaufen oder bauen?

Wenn die Immobilie nicht selbst genutzt, sondern vermietet werden soll, sollte ein Laie sich das sehr gut überlegen. Neben dem eigentlichen Kaufpreis fallen ja auch noch Erwerbsnebenkosten an, die bis zu 15 Prozent der Kaufsumme betragen können. Hinzu kommt das Vermietungsrisiko, also die Frage, ob Sie das Haus oder die Wohnung auch langfristig vermietet bekommen. Wer dann auch noch einen Kredit aufnehmen muss, hat neben dem Vermietungs- auch noch das Finanzierungsrisiko.

Etwas anderes ist es, wenn man die Immobilie selbst nutzen will. Die dient zusätzlich auch der Altersvorsorge und hat Einfluss auf die Lebensqualität. Allerdings ist man mit einer Immobilie unflexibel, weil Sie dort steht, wo sie erbaut wurde, und nicht in jedem Fall problemlos verkauft werden kann.

Ich bin ein risikofreudiger Anleger. Wäre es sinnvoll, jetzt in der Eurokrise Geld in anderen Währungen anzulegen?

Als Beimischung im Depot eines risikobewussten, vermögenden Anlegers kann es durchaus sinnvoll sein, ein kleinen Teil des Geldes in anderen Währungen anzulegen. Das können Währungskonten, Staats- oder Unternehmensanleihen seien. Allerdings müssen Sie prüfen, ob die staatliche Einlagensicherung oder ein anderes Sicherungssystem greift - oder ob Ihnen das egal ist.

Ist es ratsam, jetzt in der Krise mit dem Sparen in Investmentfonds anzufangen?

Wenn es in Ihre Anlagestrategie und zu Ihrer Risikobereitschaft passt, ist das durchaus zu empfehlen. Allerdings sollte Sie einen Anlagehorizont von mindestens sieben Jahren haben und dürfen das Geld nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen. Um negative Überraschungen zu vermeiden, sollte man mindestens drei Jahre vor der geplanten Verfügung den Ausstieg planen. Das heißt, das Geld in sichere und verfügbare Anlagen umzuschichten.

Ich habe eine kleine Erbschaft gemacht. Soll ich das Geld zu einem guten Zins anlegen oder lieber einen Teil meines Baukredites tilgen?

Beim gegenwärtigen Zinsniveau für sichere Geldanlagen ist es sinnvoll, zunächst Schulden abzubauen. Die Zinsersparnis ist meist höher als der mögliche Ertrag der Geldanlage. Hinzu kommt, dass Sie das Risiko reduzieren, die Raten irgendwann einmal nicht mehr bezahlen zu können, weil sich Ihr Einkommen verändert hat.


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