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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 22:32 Uhr

Film aus Dömitz : Auf dem Acker geht es rund

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der in Dömitz gedrehte Film „Zwei Bauern und kein Land“ wird heute ausgestrahlt. Darsteller Ernst Stötzner spricht im Interview über seine Rolle

Landwirt Johannes Becker ist frustriert: Er steckt in finanziellen Schwierigkeiten und muss deshalb seine Felder verkaufen – ausgerechnet an seinen Erzrivalen. Seine Frau hat ihn verlassen und dann steht auch noch der verloren geglaubte Sohn Felix plötzlich wieder vor der Tür, weil er in Papas Fußstapfen treten will. Heute zeigt die ARD den Spielfilm „Zwei Bauern und kein Land“ – zur Primetime um 20.15 Uhr. Der Streifen wurde im vergangenen Sommer in Raum Dömitz nahe Ludwigslust gedreht. Für Hauptdarsteller Ernst Stötzner war der Ausflug in die mecklenburgische Provinz eine (fast) neue Erfahrung. Wie er die Auszeit vom Berliner Großstadtdschungel fand, erzählt er Redakteurin Josefine Rosse im Interview.

Johannes Becker ist ein mürrischer Herr mit seinem ganz eigenen Kopf. Wie viel von Ihnen selbst steckt in der Figur?

Stötzner: Das weiß man als Schauspieler immer nicht so genau. Wenn man mit einer Rolle spielt, dann macht die was mit einem. Textumstände, Situationen usw. wecken in einem bestimmte Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie da sind. Auch weil sich Aufgaben, die sich in Rollen stellen, so nicht unbedingt im echten Leben stellen. In dem Fall ist es mir aber leicht gefallen, mich in die Rolle zu begeben.

Inwiefern?

Der hat sein ganzes Leben irgendwie vermurkst und muss es nun trotzdem irgendwie weiterführen. Diese Art von Problemen, damit kann man sich ganz gut identifizieren.

Also haben Sie Ihr Leben auch schon vermurkst?

Ja. Man vermurkst es andauernd. Nicht immer läuft alles so, wie man es sich vorstellt. Trotzdem bleibt alles Mögliche an einem haften und wird weitergetragen. In dem Film wird das ganz schön gezeigt.

Sie wohnen in Berlin. Wie war es denn für Sie ein paar Monate aufs Land zu gehen?

Ich bin ein wenig vorbelastet. Als ganz kleines Kind war ich immer bei meinem Großvater auf dem Bauernhof. Und dann hatte ich das Glück vor vielen Jahren einen Bauern kennenzulernen und mich mit dem anzufreunden. In diesem Zuge bin ich sozusagen Teilzeitbauer geworden. Deswegen ist mir das überhaupt nicht fremd.

Was macht Ihnen Spaß an dieser Teilzeitbauer-Arbeit?

Eigentlich alles. Für mich als Großstädter ist die Arbeit immer super entspannend, sodass immer alles sofort aus dem Kopf verschwindet. Für die Bauern überhaupt nicht.

Können Sie sich vorstellen aufs Land zu ziehen?

Unter Umständen ja. Ich bin mit dem Land so gut verlinkt, dass ich sowieso immer ein bisschen dort auch lebe. Ob ich das komplett zum Hauptwohnsitz mache, das weiß ich noch nicht.

Johannes Becker und sein Sohn Felix sind seit Jahren im Klinsch. Sie haben auch zwei Söhne. Wie ist dort das Verhältnis?

Die intimen Dinge besprechen die Söhne immer mit ihren Müttern und trotzdem gibt es ein unsichtbares sehr festes Band. Das bedarf nicht immer viele Worte. In dem Film wird das sehr gut gezeigt. Sie sind zusammen, ohne das ständig verbal zu bestätigen.

Zurück zum Film: Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Es gibt Rollen, auf die kann man sich gut vorbereiten. In diesem Fall habe ich während des Lesens gespürt, dass mir die Dinge, die dort verhandelt werden und die Figuren, nahe sind. Ich habe mich nach und nach mit der Rolle assimiliert.

Was hat Ihnen während der Dreharbeiten besonders viel Freude bereitet?

Größere Rollen kenne ich eher von der Bühne, nicht vom Film. Das war eines der wenigen Male, wo ich spüren konnte, wie toll es ist, wenn man zu einer Figur wird.

Das Bühnenleben haben Sie angesprochen. Stehen Sie lieber vor Live-Publikum oder vor der Kamera?

Das Bühnenleben ist komplett in mir drin. Alle Vorgänge sind mir extrem vertraut. Filme mache ich erst seit ein paar Jahren so intensiv. Das hat immer noch eine besondere Spannung, auch weil die Umstände immer ein bisschen anders sind, zum Beispiel hat man immer wieder mit neuem Personal zu tun.

Zum Inhalt: Die Probleme überhäufen sich
Er fährt mit seinem schrottreifen Auto quer durch sein Maisfeld,  hat ein Windrad illegal aufgestellt, und  macht seine Post nicht auf. So beginnt der Fernsehfilm rund um einen bäuerlichen Eigenbrötler - mit demTitel „Zwei Bauern und kein Land“. „Mein Vater hat das Land nicht vor den Kommunisten gerettet, damit ich es jetzt an den erstbesten Kapitalisten verhökere“ – so tönt der Mecklenburger Landwirt Johannes Becker (Ernst Stötzner). Doch dann kommt eine hohe Mahnung per Einschreiben ins Haus. Flugs verkauft Johannes  sein Land, und zwar an seinen Erzrivalen Günter Fuchs (Hans-Uwe Bauer). Der hat Landflächen im großen Stil aufgekauft, und ausgerechnet Johannes’ Exfrau Katrin (Katharina Thalbach), die Bürgermeisterin des Dorfes, ist auf seiner Seite. Ihr gemeinsamer Sohn Felix (Christoph Schechinger) war eine gefühlte Ewigkeit weg und steht nun plötzlich mit  vor der Tür. Er weiß noch nichts von der Scheidung seiner Eltern und  vom Landverkauf. Die Sprachlosigkeit zwischen Vater und Sohn ist beachtlich. Dickköpfe sind sie obendrein. Gescheitert sind sie im Grunde beide: der eine als Landwirt, der andere als DJ. Aber jetzt ziehen sie an einem Strang, kämpfen um den eigenen Grund und Boden und decken eine Riesensauerei um alte LPG-Seilschaften aus sozialistischen Zeiten und einen geplanten Subventionsbetrug mit EU-Fördergeldern auf. 

 

 

 

 

 

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