Eltern, aufgepasst! : Auch ohne Steuernummer gibts Kindergeld

Kein Grund zum Schreien: Erst einmal wird das Kindergeld weitergezahlt – auch wenn die Steueridentifikationsnummer nicht vorliegt.
Kein Grund zum Schreien: Erst einmal wird das Kindergeld weitergezahlt – auch wenn die Steueridentifikationsnummer nicht vorliegt.

Ein Gerücht sorgte für Verunsicherung: Wer nicht bis Ende 2016 die Steuer-ID bei der Familienkasse angibt, bekommt kein Kindergeld mehr

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12. November 2015, 20:55 Uhr

Ab dem 1. Januar 2016 gibt es das staatliche Kindergeld grundsätzlich nur noch, wenn bei der Familienkasse die Steueridentifikationsnummer des Kindes vorliegt. Grund zur Panik besteht allerdings nicht: Erst einmal wird das Kindergeld weitergezahlt, unabhängig davon, ob die elfstellige Nummer bereits vorliegt oder nicht.

„Durch ein automatisches Meldeabgleichsverfahren liegen den örtlichen Familienkassen bereits ein Großteil der Steueridentifikationsnummern vor“, erklärte die Bundesagentur für Arbeit, die verwaltungstechnisch für die Auszahlung des Kindergeldes zuständig ist.

Die Botschaft: Niemand muss zum jetzigen Zeitpunkt aktiv werden und sich an die Familienkasse wenden. Sollte die Steuer-ID noch nicht vorliegen, würden Kindergeldberechtigte im Laufe des Jahres 2016 von ihrer zuständigen Familienkasse kontaktiert. „Kindergeld wird auch ohne Vorliegen der Steueridentifikationsnummer fortgezahlt“, so gestern die Klarstellung der Nürnberger Behörde.

Um die Änderung hatte es zuletzt jede Menge Irritationen gegeben: Bei Familienkassen und Bundesagentur meldeten sich besorgte Eltern – alle in Angst, dass ihnen womöglich das Kindergeld gekürzt werden könnte. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Warum muss ich meine Steuer-ID und die meines Kindes jetzt angeben?

So soll verhindert werden, dass es zu Doppelzahlungen oder ungerechtfertigten Zahlungen ins Ausland kommt. Die Steuer-ID bekommt jeder nach Geburt zugeteilt, so wird künftig nur eine Auszahlung pro Steueridentifikationsnummer sichergestellt.

Trifft das auch zu, wenn Kinder vor dem 1. Januar 2016 geboren sind?

Ja. Künftig gilt die Angabe der Steuer-ID als gesetzliche Voraussetzung für den Kindergeldbezug. Eltern, die sich trotz Aufforderung nicht kümmern und die Nummer nicht einreichen, müssen damit rechnen, dass das Kindergeld ausgesetzt wird und sie es für die versäumten Monate seit Jahresbeginn 2016 sogar zurückzahlen müssen. Sobald die Nummer vorliegt, soll das Kindergeld in den meisten Fällen auch rückwirkend gezahlt werden können, also auch für die ausgesetzten Monate, heißt es beim Bundeszentralamt für Steuern.

Wo finde ich die Steuer-ID und die meines Kindes?

Das Bundeszentralamt für Steuern teilt die Nummer in der Regel bereits wenige Tage nach der Geburt des Kindes mit – per Post. Die ID bleibt lebenslang gültig. Wer sie verlegt hat, kann sie über die Homepage der Behörde anfordern, muss dabei aber mit sechs Wochen Bearbeitungszeit rechnen. Bei laufenden Kindergeldzahlungen müssen Eltern darauf achten, ob die Familienkasse um Zusendung der Steuer-ID bittet. Wenn nicht, hat sie die Nummer bereits in ihrem Bestand und alles ist in Ordnung.

Muss ich die Steuer-ID ohne Aufforderung mitteilen?

Sollte die Steuer-Identifikationsnummer noch nicht bei der Familienkasse vorliegen, werden Kindergeldberechtigte im Laufe des Jahres 2016 von ihrer zuständigen Familienkasse kontaktiert. Kindergeld wird auch ohne Vorliegen der Steuer-ID erst einmal fortgezahlt.

Was passiert, wenn ich die Steuer-ID nicht weitergebe?

Die Familienkassen werden es grundsätzlich nicht beanstanden, sofern die Angabe noch im Laufe des Jahres 2016 erfolgt. Ohne Vorliegen der Steuer-ID sind allerdings die gesetzlichen Voraussetzungen zum Kindergeldbezug nicht erfüllt. Wird die Steuer-ID nicht bis Ende 2016 nachgereicht, sind die Familienkassen verpflichtet, die Kindergeldzahlung einzustellen und das seit Januar 2016 gezahlte Kindergeld zurückzufordern.

Was ändert sich beim Kindergeld noch zum 1. Januar 2016?

Ab dem 1. Januar 2016 wird das Kindergeld um weitere zwei Euro erhöht. Für die ersten und zweiten Kinder beläuft sich der Betrag dann auf jeweils 190 Euro, für dritte Kinder auf 196 Euro und für jedes weitere Kind auf 221 Euro pro Monat. Der Kinderfreibetrag wird ab dem 1. Januar 2016 um weitere 96 Euro auf 7  248 Euro angehoben.

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