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Mecklenburg-Vorpommern

25. September 2017 | 04:44 Uhr

Auch im hohen Alter noch die eigenen Zähne

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jun.2013 | 09:51 Uhr

Stavenhagen | Die Folgen des demografischen Wandels bekommen auch die Zahnärzte zu spüren. Ihre Patienten werden immer älter. Und sie haben länger als frühere Generationen eigene Zähne, betont der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, der Stavenhagener Zahnarzt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich. Das erhöhe ihre Lebensqualität - bei der Nahrungsaufnahme, beim Kommunizieren -, sei aber zugleich auch mit ganz neuen Anforderungen an Mundhygiene und zahnmedizinische Versorgung verbunden. So seien viele Senioren nicht mehr dazu in der Lage, eine Zahnarztpraxis aufzusuchen. Aber "jeder Patient hat in jeder noch so schwierigen Lebenslage Anspruch auf eine adäquate zahnärztliche Versorgung", betont Oesterreich. Alle bislang existierenden Konzepte würden aber auf Patienten abstellen, die noch mobil seien. Bundesweit würde deshalb in mehreren Modellen erprobt, wie die zahnmedizinische Versorgung von Senioren optimiert werden kann.

Eines davon ist das Pilotprojekt "Alterszahnheilkunde in Mecklenburg-Vorpommern": 2009 hatte die Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern mit Unterstützung des Sozialministeriums und des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald eine Studie zur Betreuung immobiler Patienten im Augustenstift und in den Sozius-Pflegeheimen in Schwerin initiiert. "Erste Auswertungen zu dieser Studie haben ergeben, dass die bisherigen Rahmenbedingungen für die zahnmedizinische Versorgung immobil pflegebedürftiger Patienten sowie für Menschen mit Behinderungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung unzureichend waren", so Prof. Oesterreich.

Seit 1. April dieses Jahres werden Zahnärzten nun die Fahrt zu immobilen Patienten und der höhere Zeitaufwand bei ihrer Betreuung besser vergütet. "Ein erster Schritt in die richtige Richtung", kommentiert der Zahnärztefunktionär dies. "Handlungsbedarf besteht aber weiter bei der Verbesserung der Prävention und der Betreuung von Menschen mit Behinderung in der Zahnarztpraxis." Hier sei der Gesetzgeber gefordert.

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