Dschungelcamp 2017 : Auch die nordische Küche hat Dschungel-Potenzial

In der Fernsehshow „Dschungelcamp“ werden den Halbpromis jetzt wieder allerlei seltsame Speisen aufgetischt: Schafskopf, Entenfüße, Hammelhoden. Dabei gibt es auch in Norddeutschland so einiges, was traditionell auf dem Teller landet und nicht für jeden ein kulinarischer Hochgenuss ist.
In der Fernsehshow „Dschungelcamp“ werden den Halbpromis jetzt wieder allerlei seltsame Speisen aufgetischt: Schafskopf, Entenfüße, Hammelhoden. Dabei gibt es auch in Norddeutschland so einiges, was traditionell auf dem Teller landet und nicht für jeden ein kulinarischer Hochgenuss ist.

Was hier auf den Tisch kommt, schmeckt längst nicht jedem

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20. Januar 2018, 05:00 Uhr

Sie ist fast schwarz, dickflüssig bis klumpig und säuerlich riechend – die Suppe aus geronnenem Gänseblut und Fleischresten. Für viele dreht sich schon bei der Vorstellung an die warme Masse der Magen um. Ekelalarm! Mit dem Start der zwölften Staffel von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ sind wieder Kakerlaken, Känguruhoden und fermentierte Eier in aller Munde. Zumindest in denen der zwölf Kandidaten. Nicht verzehren müssen die B-Promis im Australischen Dschungel hingegen die oben beschriebene Blutsuppe. Denn diese kulinarische Offenbarung namens Schwarzsauer kommt aus Norddeutschland und findet hier auch heute noch oft den Weg auf heimische Teller. Nicht nur in Australien gibt es, sagen wir einmal, besondere Delikatessen.

Der große Knabberspaß begann am Freitag bereits bei der ersten Dschungelprüfung. Mehr als ein „Ach du Scheiße“ bekam Bachelorette-Gewinner David Friedrich beim Anblick eines ganzen Schafskopfs nicht über die Lippen. Natascha, der Ex-Frau von Uwe Ochsenknecht, wurde ein Krokodilpenis aufgetischt. Die Dschungel-Speisekarte ist lang. Lebendige Riesenmehlwürmer, Rindersperma oder Entenfüße sorgen vor und hinter der Kamera regelmäßig gleichermaßen für Würgereiz.

Doch Entenfüße? „Mhhh, lecker“, dürfte jetzt der ein oder andere denken. Denn was auf RTL als Ekelessen angepriesen wird, ist in MV eine traditionelle Delikatesse: „Gewickelte Gänsefüße“. Die gekochten Läufer des Geflügels werden hierzulande – inklusive Zehen und Krallen – mit Darm umwickelt und gebraten. Dazu Bratkartoffeln oder Brot – fertig ist der Gaumenschmaus. Rezepte gibt es auf Chefkoch.de. Dann guten Appetit.

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Und auch sonst könnte sich die Dschungelküche von uns durchaus inspirieren lassen. Der DDR-Klassiker „Tote Oma“ klingt schon vom Namen her nicht sehr appetitlich. Das Grützfleisch aus Schweineblut, Speck und Schwarte erfreut sich jedoch auch heute noch großer Beliebtheit. Nach wie vor verbreitet sind auch Zunge, Gehirn oder Lungenwurst. „Früher wurde beim Schlachten alles verwertet“, meint Ronny Siewert, Küchenchef des Gourmet-Restaurants Friedrich Franz im Grand-Hotel Heiligendamm. „Doch Innereien verschwinden immer häufiger von der Speisekarte.“

Auf keiner Feier fehlen darf im Norden hingegen der Mettigel. Auch der Australier Bevan Calvert ist inzwischen ein großer Anhänger des rohen Hackfleischs, das mit Salz und Zwiebeln gewürzt wird. „Mett finde ich geil“, meint er. „Bevor ich nach Mecklenburg-Vorpommern kam, kannte ich es nicht.“ Der 31-jährige Handballspieler von den Mecklenburger Stieren lebt seit neun Jahren in Deutschland, seit drei in Schwerin. Die hiesige Küche liebe er, wie er sagt. „Viel Fleisch!“ Doch Schwarzsauer und Co. habe Calvert bisher nicht probiert. „Ich würde prinzipiell alles kosten, aber erzähl mir nicht, was drin ist“, sagt er und lacht. Wobei er Schnitzel und Bratkartoffeln bevorzugt. Känguru-, Krokodil- und Straußensteaks lägen in Australien im Kühlregal genauso wie Rind. Calverts Leibgericht sind jedoch Meat Pies. Dabei handelt es sich um kleine Fleischpasteten.

„Das, was beim Dschungelcamp gezeigt wird, ist kein Alltagsessen“, stellt Calvert klar. Nur ein paar Leckerbissen bereicherten wirklich die australische Küche: die Riesenwürmer zum Beispiel. „Vor allem Aborigines essen sie. Aber nicht lebendig“, erzählt Calvert. „Sie sind sehr saftig und schmecken nach Hähnchen.“

Ob die Promis das auch so sehen, kann bis zum 3. Februar jeden Abend um 21.15 Uhr auf RTL verfolgt werden. Und was ist Calverts persönliches deutsches Ekelessen? „Ananas auf Pizza mag ich gar nicht.“

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