Sperrgebiete : Atlas der geheimen DDR-Flächen mit bisher 6000 Liegenschaften

Die Reproduktion zeigt einen Kartenausschnitt aus der Publikation „Sperrgebiete in der DDR“.
Die Reproduktion zeigt einen Kartenausschnitt aus der Publikation „Sperrgebiete in der DDR“.

Die Schilder waren eine Warnung: Betreten, Befahren und bildliche Darstellung verboten. In die bestens gesicherten und oft getarnten DDR-Sperrgebiete kam kein Normalsterblicher hinein. Jetzt gibt es eine Übersicht.

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16. März 2015, 08:00 Uhr

Stasi, Militär und sowjetische Streitkräfte belegten in der DDR nach einer neuen Studie ungefähr 6000 abgesperrte Liegenschaften. Vollständig sei die Liste aber noch nicht, heißt es in dem Band „Sperrgebiete in der DDR“, der von der Stasi-Unterlagenbehörde herausgegeben wurde. Die Publikation enthält zahlreiche Karten, auf denen die Sperrzonen markiert sind.

Allein im damaligen Ost-Berlin hatte sich das Ministerium für Staatssicherheit 232 Dienstgebäude gesichert, wie Experten der Behörde herausfanden. Für die Bevölkerung waren die abgeschirmten und gesicherten Objekte tabu. Wenn jemand zu nahe kam, drohten Strafen.

Eine erste Kartierung hatte die SED-Führung in Auftrag gegeben. Die „Arbeitsgruppe Sperrgebiete“ sollte einen Überblick zu den Standorten der stationierten Sowjetarmee auf DDR-Gebiet erarbeiten.

Antrieb für das 1987 gestartete Projekt sei wohl der wachsende Unmut der Bevölkerung über die Aneignung von Gebieten durch die sowjetischen Truppen gewesen. Auch schwere Schäden durch Manöver sowie Unglücke mit Sowjetsoldaten hätten sich nicht mehr ignorieren lassen.

Für einen vollständigen Überblick, wie groß die Sperrgebiete waren, fehlten verlässliche Daten, so die Autoren. Um trotzdem das Ausmaß zu zeigen, nannten die Forscher exemplarische Beispiele. Demnach war das größte Areal, welches das Stasi-Ministerium für sein Wachregiment in Beschlag nahm, der Truppenübungsplatz Halbe/Teupitz im heutigen Brandenburg. Er umfasste mehr als 49 Quadratkilometer.  

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