Schönberg : Asbestfreier Montag

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift 'Einfädelspur' ist am Montag an der Zufahrt zur Deponie Ihlenberg in der Nähe von Schönberg zu sehen. Eigentlich sollten die ersten Laster aus Niedersachsen mit Asbestladungen an diesem Montag nach Norden rollen. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben dies aber abgelehnt. Foto: Jens Büttner dpa/lmv
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Einfädelspur" ist am Montag an der Zufahrt zur Deponie Ihlenberg in der Nähe von Schönberg zu sehen. Eigentlich sollten die ersten Laster aus Niedersachsen mit Asbestladungen an diesem Montag nach Norden rollen. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben dies aber abgelehnt. Foto: Jens Büttner dpa/lmv

Die befürchteten Asbestmülltransporte aus der Region Hannover nach MV und SH sind ausgeblieben. Beide Länder hatten im Januar entschieden, die Einlagerung der Abfälle aus Wunstorf-Luthe wegen Gesundheitsgefahr abzulehnen.

svz.de von
17. April 2012, 10:00 Uhr

Schönberg | Die befürchteten Asbestmülltransporte aus der Region Hannover nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind vorerst ausgeblieben. Beide Länder hatten im Januar entschieden, die Einlagerung der Abfälle aus Wunstorf-Luthe wegen der Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung abzulehnen. Asbestfasern gelten als krebserregend. Die mit der Entsorgung beauftragte Firma hatte dennoch Mitte März angekündigt, am 16. April mit den Asbesttransporten auf die Deponien Ihlenberg in Nordwestmecklenburg und Rondeshagen bei Lübeck zu beginnen.

In Wunstorf bei Hannover lagert Asbestschlamm der 1990 aufgelösten Firma Fulgurit, die einst zu den größten Produzenten von Asbesterzeugnissen in Deutschland gehörte. Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland wegen der Gesundheitsgefahren verboten. Die landeseigene Deponie Ihlenberg bei Schönberg sollte 145 000 Tonnen Asbestabfall aufnehmen, rund 30 000 Tonnen sollten auf die Deponie Rondeshagen gebracht werden. Das von der beauftragte Transportunternehmen lässt jetzt die rechtliche Situation klären, sagte ein Sprecher der Region Hannover.

Die Landesregierung in Schwerin begründet ihre Ablehnung mit einem Rechtsgutachten. Demnach verstößt der Transport von Asbestmüll als Schüttgut auf Lastern mit Planen ohne Ausnahmegenehmigung gegen Gefahrgut- und Gefahrstoffrecht. Die Deponiegesellschaft muss laut Wirtschaftsministerium auf 900 000 Euro Gewinn verzichten.

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