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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 10:13 Uhr

Asbest-Gefahr im Keller des Landtages

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2012 | 06:30 Uhr

Potsdam | Unbemerkt von der Öffentlichkeit läuft seit dieser Woche eine umfassende Asbestsanierung im Keller des Potsdamer Landtags. Bei Routinekontrollen war das gefährliche Material 22 Jahre nach der Wende in der Ummantelung von Heizungsrohren gefunden worden, sagte Landtagsdirektor Detlef Voigt gestern. Gefahr für Menschen habe nicht bestanden.

"Ursprünglich hatten wir nur zwei Tage dafür veranschlagt, aber dann war eine ganze Woche erforderlich", erläuterte Vorarbeiter Klaus Materne, der gemeinsam mit drei weiteren Angestellten einer niedersächsischen Spezialfirma in Schutzkleidung arbeitet. Ein Abschnitt des hermetisch abgeriegelten Kellers konnte inzwischen wieder freigegeben werden. Gestern wurde der verbleibende Bereich sorgfältig abgesaugt und gewischt. Übers Wochenende soll der "Luftaustausch" stattfinden. Anfang kommender Woche sollen Messungen darüber entscheiden, ob die Sanierung fortgesetzt werden muss.

Es habe keine Gefahr für Abgeordnete und Angestellte des Parlaments bestanden, sagte Voigt, der die Sanierungsarbeiten beim Landesbaubetrieb in Auftrag gegeben hatte. Der aufgefundene Asbest sei gebunden und sozusagen verpackt gewesen, begründete er.

Allerdings galt das für eine Stelle nicht. Im August vorigen Jahres wurde bei einer Routineüberprüfung durch den Sicherheitsbeauftragten festgestellt, dass sich Teile der Rohrummantelung gelöst hatten und die Bruchstücke gefährlich sein könnten. Die Analyse einer Probe ergab, dass dort Asbest in gebundener Form vorkam.

Zudem wurde festgestellt, dass die Brandmelder an der über 100 Jahre alten Heizungsanlage defekt waren und ausgetauscht werden mussten. Dies erforderte Arbeiten an den Rohren. Somit führte kein Weg an der Asbestsanierung vorbei. Inzwischen sind die Rohre neu isoliert, eine Folie sichert, dass das Asbest nicht austreten kann.

Das Gebäude auf dem Potsdamer Brauhausberg ist mehr als 100 Jahre alt. Errichtet als Kadettenanstalt und nach dem ersten Weltkrieg als Reichsarchiv genutzt, wurde es bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde das Gebäude wieder aufgebaut und bis zur politischen Wende von der Bezirksleitung der SED genutzt. 1991 zog der Landtag in das Haus. In zwei Jahren soll das Parlament in den Schloss-Neubau am Alten Markt ziehen.


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