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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 03:24 Uhr

Tierhaltung : Artgerecht und profitabel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Debatte um Tierhaltung steht bei der Agrarmesse MeLa im September in Mühlengeez im Blickpunkt

Die Debatte um tierartgerechte Haltungsformen spielt bei der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung 2014 (MeLa) eine große Rolle. „Wir brauchen mehr Investitionen in neue Ställe, auch wegen des Tierwohls“, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Rainer Tietböhl, gestern in Dummerstorf bei Rostock.

Je moderner die Ställe, desto weniger Medikamente müssten eingesetzt werden. Derzeit herrsche aber wegen rechtlicher Unsicherheiten Stillstand bei Investitionen. So hatten Umweltverbände gegen Stallneubauten geklagt und erreicht, dass sogar schon genehmigte und gebaute Ställe nicht belegt werden durften.

Zur MeLa in Mühlengeez (11. bis 14. September) sind rund 700 Fachaussteller und mehr als 300 Tierhalter angemeldet. Der Bauernverband sieht die Messe auch als Chance, Nachwuchs zu gewinnen. MV-Agrarminister Till Backhaus (SPD) kündigte eine eigene „Sprechstunde“ an.

Zum Spagat der Landwirte zwischen Anforderungen aus Politik, Umweltschutz, Gesellschaft und Markt soll es auf der Messe Gespräche mit Tierschützern geben. Dabei wollen die Bauern auch wissen, wie sie trotz immer strengerer Umwelt- und Tierschutzauflagen noch wirtschaftlich arbeiten können. „Wir müssen uns dem globalen Markt stellen, es wäre gut, wenn Tierschützer auch mit denen reden, die die Tiere halten“, erklärte Tietböhl. Umweltverbände wollen zum Auftakt der MeLa am 11. September am Eingang in Mühlengeez demonstrieren.

Im Fokus der Ausstellung soll vor allem die Schweinezucht mit der Deutschen Landrasse als „Tier der MeLa 2014“ stehen. Die Deutsche Landrasse, bei der Landwirte besonders die hohe Fruchtbarkeit schätzen, gilt neben dem Deutschen Edelschwein als Hauptrasse in der deutschen Schweinezucht. Da bundesweit immer mehr Schweinemäster aber Ferkel aus Holland und Dänemark beziehen, geht der Zuchtbestand beider Rassen dramatisch zurück.

„Deutschland droht ein reines Mästerland zu werden“, sagte die Chefin des Hybrid-Schweinezuchtverbandes Nordost, Renate Schuster.

In Dummerstorf werden rund 80 solcher Zuchtsauen am Leibniz-Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) gehalten. „Bei uns läuft Grundlagenforschung“, sagte Institutsleiter Bernd Stabenow. Forschungsthemen sind unter anderem Stress bei Tiertransporten und vor der Schlachtung, aber auch die Haltungsformen von Muttersauen.

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