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Streit um Name der Uni Greifswald : Arndt und kein Ende

vom
Aus der Onlineredaktion

Neues Studienjahr, neue Diskussion: Entscheidung zu Namenspatron der Universität Greifswald vertagt

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 20:30 Uhr

Die Diskussion um den Namenspatron der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ist in eine neue Runde gegangen – die Entscheidung, ob die Uni den Namen des umstrittenen Publizisten Arndt (1769-1860) ablegt oder nicht, bleibt aber weiter offen. Der Senat der Universität befasste sich gestern mit einem Antrag von sechs Senatoren, die erneut eine Streichung des Namenspatrons aus dem Universitätsnamen erreichen wollen. Das Gremium verwies den um weitere Vorschläge ergänzten Antrag zunächst in eine rechtliche Prüfung, um Rechtskonformität abzusichern, wie ein Uni-Sprecher sagte.

Der Senat hatte im Januar die Ablegung des Namens mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen. Den Beschluss erkannte später das Bildungsministerium wegen formaler Mängel nicht an. Mehrere studentische Senatoren begründeten nun den erneuten Anlauf damit, dass die Beschlussvorlage noch nicht zu Ende geführt worden sei. Das Studierendenparlament votierte inzwischen auch für eine studentische Urabstimmung, die spätestens bis Januar durchgeführt werden soll.

Der in Pommern geborene Arndt (1769-1860), Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und Kämpfer für ein einheitliches Deutschland, ist wegen nationalistischer und antisemitischer Äußerungen umstritten. Der Name war der Universität 1933 zuerkannt worden. Nach der Entscheidung im Januar entbrannte in Greifswald ein hitziger Streit über die Namensablegung. Viele Greifswalder sprachen sich für eine Beibehaltung des Namens aus. Den aktuellen Antrag zur Namensstreichung begründen die Senatoren damit, dass zentrale Elemente der politischen Gedankenwelt von Arndt konträr zum Leitbild einer weltoffenen Universität stünden. Laut Uni haben sich gestern alle Senatoren zum Leitbild bekannt.

Vor dem Uni-Hauptgebäude demonstrierten rund 150 Menschen gegen eine Namensstreichung. Mit Fotos, die marode Institute zeigen, wollte die Bürgerinitiative darauf aufmerksam machen, dass das Geld für eine Namensablegung besser in die Sanierung der Gebäude fließen solle. Am 1. November gibt es eine Anhörung der Hochschulen im Bildungsausschuss des Landtags. Studenten, die die Urabstimmung initiiert hatten, baten den Senat, die Entscheidung zu verschieben.

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