zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

19. Oktober 2017 | 02:05 Uhr

Wismar : Arktik-Frachter schippert davon

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die „Montchegorsk“ verlässt Wismar nach Reparatur / Schiff wurde in der Hansestadt zusammengebaut

Wer Glück hatte und kürzlich zum richtigen Zeitpunkt auf der Wendorfer Seebrücke stand, erlebte beim beliebten „Schiffegucken“ die Vorbeifahrt eines knallroten Spezialfrachters. Das 169 Meter lange und 23,10 Meter breite Schiff erstrahlte nach einem mehr als eineinhalbmonatigen Werftaufenhalt mit einem frischen Farbanstrich. Gewiss war es nicht die erste Seebrücken-Passage dieser besonderen Eisklasse-Schiffe. Allerdings war und ist die „Montchegorsk“, benannt nach der russischen Bergbaustadt auf der Kola-Halbinsel, der erste Neubau einer Serie von vier eisbrechenden Spezialfrachtern, der bereits im Mai 2008 in Wismar ausgedockt wurde. Die Taufe für die russische Bergbaugesellschaft MMC Norilsk Nickel fand Ende August 2008 statt. Ein Novum in deutschen Werften war zudem, das die Schiffbauer an der Warnow und an der Wismarbucht die so genannte geteilte Fertigung praktizierten. Das heißt, die Vorschiffsektion wurde am Warnemünder Werftstandort produziert und nach Wismar geschleppt. Das komplette Achterschiff entstand in Wismar. Dort wurden beide Hälften zum Eismeerfrachter zusammengefügt.

Diese Prozedur glich damals einer ingenieurtechnischen Meisterleistung. Kräftige Winden zogen das Vorschiff an sechs Trossen dichter und dichter an das Achterschiff. Dazu ließ der Dockmeister den Pegel des gefluteten Baudocks zunächst nur um zweieinhalb Meter absenken. Vier Führungsschienen an den Rumpfenden sorgten für das genaue Anpassen. Die „Feinjustierung“ erfolgte durch Hochdruckpressen. Mit dem endgültigen Aufdocken konnten alle Stoßkanten fixiert werden. Später deutete über die gesamte Rumpflänge von 169 Metern nichts mehr auf die einst zwei Rumpfhälften hin.

Dank seiner robusten Eigenschaften kann dieser in bis zu 1,50 Meter dickem Eis ganzjährig in polaren Gebieten navigieren. Das erste Ziel nach der Werft ist zunächst Rotterdam, bevor es wieder zurück in Richtung Norden geht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen