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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 17:05 Uhr

Sommertour - Tourismus : Arche im Krummbaustil

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein ganz besonderer Spielplatz im Vogelpark Marlow. Teil 10 unserer Sommerserie

Es soll niemand sagen, aus Mecklenburg kämen keine neuen Ideen. In Marlow entstand jetzt eine völlig neue Richtung der Architektur: der Krummbaustil in Holz. Auffälligstes Beispiel ist die Arche, gestrandet zwischen Wildblumen und Heidekraut mitten im Vogelpark. Die Idee stammt von Franziska Zöger, die seit drei Jahren die Öffentlichkeitsarbeit des Parks betreut, aber auch Grafikerin ist. „Wir wollten einen Platz schaffen, an dem die Kinder auch bei schlechtem Wetter spielen können. Es sollte keine Halle werden, aber schon ein bisschen überdacht.“

Innerhalb einer Woche brachte Zöger die Entwürfe aufs Papier und erntete sofort Zustimmung. Fließende Linien, schräge Balken und bunte Farben prägen das ungewöhnliche Spielhaus – typisch Krummbaustil eben. Mit der Zeit sollen auch andere Gebäude des Parks so gestaltet werden, denn wo in der Natur gebe es wirklich gerade Linien, fragt Zöger. Zum Saisonstart im März wurde die Arche eröffnet: drei Etagen, schwankende Brücken aus Netzwerk, drei Rutschen, Treppen, Aufgänge, Abstiege, Ausgucke – es gibt viel zu entdecken für die jungen Besucher.

„Wir Mitarbeiter nutzen die Arche manchmal abends. Dann werden wir auch wieder zu Kindern“, lacht Zöger.
Gebaut wurde das Schmuckstück von vier Holzspezialisten aus Sachsen. Die beiden Brüderpaare hatten im vergangenen Sommer ihre Zelte direkt neben der Baustelle aufgeschlagen. Im Laufe der Zeit kamen zu den ursprünglichen Planungen noch einige Ideen hinzu. Die neue Attraktion hat schon viele Fans gefunden. „Wir haben bisher 1000 Jahreskarten mehr als 2013 verkauft“, sagt Zöger. „Vielleicht liegt das ja an der Arche.“

Ganz sicher liegt es auch an der Vielfalt der Tiere. Erwartungsgemäß gibt es hier viele Vögel zu sehen, angefangen von Störchen und Eulen über Bergpapageien aus Neuseeland, die einen eigenen Jeep besitzen, bis hin zu knallbunten Loris, die gern Futter aus Besucherhänden fressen. Aber auch Kattas, Krallenäffchen und Tamarine leben hier, sogar Känguruhs, Alpakas und Pinguine. Zu vielen Tieren können die Besucher in die Gehege hineingehen und ihnen möglichst nahe kommen. Wellensittiche, Schafe und Ziegen dürfen gefüttert werden, Affen nicht. „Wenn die Leute denen einfach ein Brötchen in die Hand drücken, haben sie später Bauchschmerzen“, warnt Zöger. „Immerhin kann man sie bei uns ohne Gitter beobachten.“ Aber es gibt auch Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere, wenn ihnen der Menschentrubel zu viel wird. Denn pro Jahr kommen rund 200.000 Besucher in den Vogelpark Marlow – auf 22 Hektar, die früher einfach Feld waren, bis vor genau 20 Jahren der Vogelpark eröffnet wurde. In dem ausgedehnten, üppig bewachsenen Park verläuft sich die Menge. Und mit einem Zwei-Stunden-Besuch ist es kaum getan – zu viel gibt es zu sehen und zu erleben. Es lohnt sich, einen ganzen Tag einzuplanen.
www.vogelpark-marlow.de

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