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Ein besonderer Auftrag : Archäologische Schatzsuche in Holdorf

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Was machen diese Leute da auf dem Feld? Das fragten sich wohl viele Autofahrer, die während ihrer Tour auf das Feld bei Holdorf sahen. Auf den ersten Blick geben diese auch ein ungewohntes Bild ab.

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erstellt am 10.Aug.2012 | 09:54 Uhr

Holdorf | Was machen diese Leute da auf dem Feld? Das fragten sich wohl viele Autofahrer, die während ihrer Tour auf das Feld bei Holdorf sahen. Auf den ersten Blick geben diese auch ein ungewohntes Bild ab - wie sie dort im Kreis um ein Loch herumstehen und immer wieder graben.

Doch die Arbeiter auf dem Feld haben einen ganz besonderen Auftrag. Sie suchen unter anderem nach Trachtbe standteilen, Waffen und Bronzegefäßen. Denn bei diesem unscheinbaren Feld handelte es sich in der römischen Kaiserzeit, im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus, um ein germanisches Gräberfeld. Schon um 1900 und auch in den vergangenen Jahren seien immer wieder Funde bekannt gegeben worden, erklärt der Dezernent des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, Lars Saalow. Doch trotz des Wissens, dass sich Schätze im Boden befinden, wurde diese Fläche jahrelang zum Pflanzenanbau genutzt und wird es voraussichtlich auch weiterhin. "Das ist kein Problem", versichert Lars Saalow, " die Fundstücke befinden sich tiefer in der Erde und sind dort relativ geschützt. Im Moment liegt jedoch einiges im Bereich des Pflughorizonts und das fordert uns zum Handeln auf, denn so sind die Funde in Gefahr." Er sagt weiterhin, dass es jedoch keinen Vorteil brächte, das Feld brach liegen zu lassen. "Dafür sind die Flächen viel zu groß. Da bietet es sich eher an stichprobenartig vorzugehen."

Die Ausgrabungen fingen am Montag an. Mit Schaufel und Metalldetektor bewaffnet, ging es aufs Feld und schon nach einigen Stunden gab es das erste Ergebnis: ein Bronzegefäß. Doch genaueres lässt sich erst später sagen, denn die Arbeiter im Auftrag des Denkmalschutzes gehen nach einer bestimmten Methode vor. "Es handelt sich hierbei um eine Blockbergung. Die Entdeckung wird mit der umgebenen Erde geborgen und kompakt in die Fachwerkstatt gebracht. Dort kann der Gegenstand unter Laborbedingungen vorsichtig gesäubert und untersucht werden", erklärt Saalow. Dabei können auch Röntgengeräte und Computertomographen (CT) zum Einsatz kommen.

Vor Ort ist allerdings der Metalldetektor das wichtigste Hilfsmittel, anhand verschiedener Signale können mit seiner Hilfe Entdeckungen gemacht werden. Wenn es dann zum Fund kommt, entsteht in Holdorf eine echte Ausgrabungsstätte.

Erst wird das Planum gemessen und anschließend wird die Stelle fotografiert und gezeichnet. Aber vor allem wird gegraben und diese Arbeit, bekräftigt Saalow, sei nur dank der Hilfe der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflege möglich.

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