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Statistik : Arbeitsmarkt in MV lässt die Krise kalt

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Trotz Touristenansturms zu den Feiertagen und baufreundlicher Witterung ist die Zahl der Arbeitslosen in MV zum Jahresende wieder über 100000 geklettert. Ende Dezember waren 104 600 Menschen auf Jobsuche.

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2012 | 10:10 Uhr

Schwerin | Der Trend ist nicht aufzuhalten: Trotz Touristenansturms zu den Feiertagen und bau freundlicher Witterung ist die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresende 2011 zwar wieder über 100 000 geklettert. Trotzdem steht für Jürgen Goecke fest: "Die positive Gesamtentwicklung wird sich aber auch 2012 fortsetzen", meinte der Chef der Landesagentur für Arbeit gestern. Selbst wenn die Auftriebskräfte schwächer werden sollten, gehe die Arbeitslosenzahl weiter zurück. "Bisher deutet kein Indikator darauf hin, dass die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt durch die Schuldenkrise beendet wird." Goeckes Prognose: Im Herbst 2012 erreicht MV die 90 000-Marke .

Vorerst zählte MV allerdings im Dezember 5900 Frauen und Männer mehr ohne Job als einen Monat zuvor - insgesamt 104 600. "Keine Überraschung. Das ist die übliche Winterentwicklung", begründet Goecke. Und trotzdem ist das immer noch der niedrigste Dezember-Wert seit 1990. Die Quote stieg von 11,6 auf 12,2 Prozent und erreichte den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer - ganz hinten liegt Berlin mit 12,3 Prozent. Vom saisonal bedingten Anstieg im Dezember seien vor allem die Tourismusregionen betroffen. Rund die Hälfte der neu gemeldeten Arbeitslosen lebten an der Ostsee. Die niedrigste Arbeitslosenquote unter den Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Dezember für Ludwigslust-Parchim mit 8,9 Prozent registriert, die höchste im Kreis Vorpommern-Rügen mit 14,9 Prozent. Im Vergleich der beiden kreisfreien Städte hat Schwerin mit 11,7 Prozent eine niedrigere Quote als Rostock mit 12,3 Prozent.

Für 2011 zog Goecke eine positive Bilanz. So seien zum Jahresende im Land 5100 Menschen weniger ohne Arbeit gewesen als im Dezember 2010. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei gegenüber dem Vorjahr um 4900 auf 534 200 gestiegen. Ein Plus sei vor allem im Sozialwesen, in der Bauwirtschaft und im Handel zu verzeichnen gewesen. Mit 45 000 habe es fast elf Prozent mehr Stellenangebote gegeben als 2010. Für Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zeigt die Entwicklung, dass der Bedarf an Mitarbeitern in wichtigen Wirtschaftsbereichen gewachsen ist.

Neben der größeren Nachfrage nach Arbeitskräften wirkt sich derzeit auch die Bevölkerungsentwicklung entlastend auf den Arbeitsmarkt aus. So gehen seit längerem deutlich mehr Arbeitnehmer in Rente als junge Leute in den Beruf starten. Jährlich gehe die Zahl der Frauen und Männer im erwerbsfähigen Alter um 14 000 zurück.

Bundesweit stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 67 000 auf 2 780 000 - 231 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erreichte 6,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren im Vorjahr 2,976 Millionen Menschen arbeitslos.

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