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Arbeitslose in MV : Arbeitsmarkt hält Mindestlohn stand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zahl der Arbeitslosen in MV im Januar auf tiefstem Stand seit 1990

Der mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohn von den Arbeitgebern befürchtete Stellenabbau in MV ist ausgeblieben: Zwar wurden im Januar 11 300 Arbeitslose mehr gezählt als im Dezember. Dennoch habe die Arbeitslosigkeit den niedrigsten Stand in einem Januar seit der Wende erreicht – 9400 arbeitslose Frauen und Männer weniger als vor einem Jahr, teilte die Landesarbeitsagentur gestern mit. Das zeige, dass die mit der Einführung des Mindestlohns verbundenen Befürchtungen nicht eingetreten seien, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD): „Im Gegenteil: Die Arbeitslosigkeit geht auch nach Einführung des Mindestlohns weiter zurück.“ Auch die Gewerkschaften gaben Entwarnung: „Die Unternehmer können nun ihre Unkenrufe getrost beenden“, meinte DGB-Landeschef Uwe Polkaehn: „Es gibt keine signifikanten Beschäftigungswirkungen von Lohnuntergrenzen.“ Die Arbeitsmarktverwaltung gab sich zurückhaltend: Im März werde sich zeigen, ob Hotels und Gaststätten zum Saisonbeginn ihre Beschäftigten wieder einstellten oder nicht, meinte Margit Haupt-Koopmann, Chefin des Landesarbeitsagentur. Die gestiegene Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember sei auf den saisonal typischen Auftragsrückgänge im Wohnungs-, Straßen- und Gartenbau sowie das eingeschränkte Tourismusgeschäft zurückzuführen. Mit 102 200 Frauen und Männern ohne Job habe sich die Arbeitslosigkeit in MV aber in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Im Januar profitierten vor allen jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren und Langzeitarbeitslose – ihre Zahl ging um 22,6 bzw. 8,9 Prozent zurück. Dennoch: „Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit bleibt ein Mega-Thema“, sagte Haupt-Koopmann. Von dem neuen ESF-Programm gegen Langzeitarbeitslosigkeit erhofft sie sich etwa 1000 Plätze für MV.

Gute Aussichten indes für 2015: Bei allen Unabwägbarkeiten könne man davon ausgehen, dass sich in MV diese positive Entwicklung fortsetzen werde, sagte Haupt-Koopmann. Die Arbeitgeber sahen indes im Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit positive Signale. Der „Wille der Unternehmen, Mitarbeiter zu halten sowie der milde Winter trugen dazu bei, dass wir die niedrigste Arbeitslosigkeit zum Jahresanfang seit der Wende haben“, sagte Hans-Günter Trepte, Arbeitsmarktexperte der Vereinigung Unternehmensverbände. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) kündigte weitere Finanzhilfen an, um auf dem ersten Arbeitsmarkt mehr Jobs einzurichten. In diesem Jahr stünden 272,2 Millionen Euro für Investitionsmaßnahmen zur Verfügung. Die Links-Fraktion im Landtag kritisierte, dass der Anstieg sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zu großen Teilen auf die Abnahme von Vollzeitbeschäftigung und der Zunahme von Teilzeitarbeitsverhältnissen zurückzuführen sei, erklärte Linken-Arbeitsmarktexperte Henning Foerster. Die Grünen im Landtag forderten, differenzierter auf die Qualität der Arbeit und die Nachhaltigkeit zu schauen.  

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