Jobs : Arbeitslosenzahl weiter gesunken

Die Sommerferienzeit lässt die Arbeitsmarktstatistik im Nordosten wieder freundlicher aussehen. Dass die Badewanne im Nordosten voll ist, ist Wirtschaftsminister Glawe zufolge kein Selbstläufer. Dennoch will er von der Saisonabhängigkeit wegkommen.

svz.de von
31. Juli 2014, 13:29 Uhr

Sommer und Sonne lassen den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern freundlich aussehen. Entgegen dem Bundestrend ist die Zahl der Erwerbslosen im Juli im Vergleich zum Juni erneut gesunken, und zwar um 1000 auf 86 400, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit in Kiel am Donnerstag mitteilte.

Grund ist die höhere Arbeitskräftenachfrage im Tourismusbereich, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. Die Quote verringerte sich auf 10,4 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern liegt damit vor Berlin und Bremen auf dem drittletzten Platz der deutschen   Arbeitslosenstatistik.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zufolge hat sich der Tourismus als verlässliche Größe erwiesen. „Mecklenburg-Vorpommern ist gefragt, die Badewanne im Nordosten ist voll“, sagte er. „Das ist keine Selbstverständlichkeit und vor allem auch kein Selbstläufer“, hob er hervor. „Aber wir müssen insgesamt saisonunabhängiger werden.“ Mehr Jobs im verarbeitenden Gewerbe zu schaffen, bleibe eine der wichtigsten Aufgaben der Wirtschaftspolitik.   

Im Vergleich zum Juli des Vorjahres sind jetzt 4100 Menschen oder 4,6 Prozent weniger erwerbslos. Damit hat Mecklenburg-Vorpommern den geringsten Rückgang unter den ostdeutschen Ländern. Positiv: In den vergangenen zehn Jahren halbierte sich im Land die Zahl der Erwerbslosen. Im Juli 2004 gab es noch 178 700 Arbeitsuchende, die Quote lag bei 20,1 Prozent. Zum Rückgang trägt allerdings die Demografie bei, jeden Monat gehen rund 1200 Menschen in Rente.  

Vor allem die über 50-Jährigen profitierten diesmal, hieß es bei der Arbeitsagentur. Die Arbeitslosenzahl dieser Altersgruppe verringerte sich seit Juni um zwei Prozent. Bei den unter 25-Jährigen stieg die Zahl aufgrund vorübergehender Arbeitslos-Meldungen nach Schule oder Berufsausbildung um sechs Prozent.

Angesichts von 4700 freien Lehrstellen appellierte Haupt-Koopmann an die Unternehmen, Auszubildende aufzunehmen. Laut Statistik sind noch 2900 junge Leute ohne Ausbildungsplatz. Wem selbst auf den zweiten Blick das Risiko für manchen Jugendlichen zu groß sei, könne die einjährige Einstiegsqualifizierung zum Kennenlernen nutzen, erläuterte Haupt-Koopmann. Das Langzeitpraktikum sei für Betriebe kostenlos, die Jugendlichen erhielten monatlich 216 Euro von der Arbeitsagentur. Die meisten freien Lehrstellen gibt es bei Köchen, Restaurant- und Hotelfachleuten, sowie im Handel.

Auch Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) appellierte an die Arbeitgeber, Jugendlichen eine Chance einzuräumen, die auf dem Papier erst einmal nicht die besten Voraussetzungen aufwiesen. Erfreulich sei das Plus bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 4200 zusätzliche Jobs vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen.

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