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Zahlen für MV und die Prignitz veröffentlicht : Arbeitslosenzahl sinkt dank Tourismussaison

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Der Sommer hilft dem Arbeitsmarkt wieder auf die Sprünge. Vor allem der einsetzende Urlauberansturm sorgt für Beschäftigung in Hotels und Gaststätten. Allerdings profitieren Pendler auch von der Konjunktur im Westen.

svz.de von
erstellt am 27.Jun.2013 | 05:54 Uhr

Die Tourismussaison bringt den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern in Schwung. Die Arbeitslosenzahl ist im Juni erneut gesunken: 90 900 Männer und Frauen waren im ersten Sommermonat ohne Job, wie die Regionaldirektion Nord der Agentur für Arbeit in Kiel am Donnerstag mitteilte. Das waren 5600 Erwerbslose weniger als im Mai und 4100 weniger als vor einem Jahr. Damit wurde der niedrigste Stand in einem Juni seit der Wende erreicht.

Die Arbeitslosenzahl sank im Vergleich zum Vormonat Mai und zum Vorjahresmonat stärker als in allen anderen Bundesländern. Die Arbeitslosenquote betrug im Juni 10,8 Prozent. Im Ländervergleich liegt der Nordosten damit auf dem drittletzten Platz vor Bremen und Berlin und knapp hinter Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Speziell die Tourismusbranche habe im Juni viele Fachkräfte eingestellt, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt- Koopmann. So sei im Kreis Vorpommern-Rügen die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Mai um 9,8 Prozent oder 1400 gesunken.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) regte neue Investitionen in saisonverlängernde Maßnahmen an, damit im Tourismus mehr saisonunabhängige Beschäftigung entstehe. Auch die Linksfraktion im Landtag forderte Perspektiven, die über die Sommersaison hinausgehen.

Haupt-Koopmann zufolge profitiert Mecklenburg-Vorpommern auch vom Stellenzuwachs in Hamburg und Schleswig-Holstein. Insbesondere die niedrige Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent im Landkreis Ludwigslust-Parchim erkläre sich so, sagte sie.

Außerhalb der Tourismusbranche würden die Betriebe im Nordosten nur verhalten Mitarbeiter einstellen. Seit Jahresbeginn meldeten sie 21 100 neue sozialversicherungspflichtige Stellen, 10,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Wachstum an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung betrug lediglich 0,2 Prozent. Mehr Mitarbeiter hatten vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen (plus 2400) und das verarbeitende Gewerbe (plus 1000). Im Baugewerbe, in der Energie- und Entsorgungswirtschaft und im Handel gingen Arbeitsplätze verloren.

Haupt-Koopmann appellierte an Schulabgänger, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, sich bei den Arbeitsagenturen und Berufsberatungen zu melden. Von den 10 300 Ausbildungsplätzen sei noch fast die Hälfte - 5100 - unbesetzt. Die Unternehmen sollten jedem Jugendlichen eine Chance geben. Bei Jugendlichen, "die nicht zur Handelsklasse A gehören", wie sie sagte, gewährten die Arbeitsagenturen Unterstützung durch berufsbegleitende Hilfen oder ein Langzeitpraktikum. Auch durch Ferienjobs, die jedoch viel zu wenig angeboten würden, könnten Firmen Jugendliche kennenlernen.

Wirtschaftsminister Glawe verwies auf die Fachkräftekampagne "Durchstarten in MV - Dein Land, deine Chance", in der die Industrie- und Handelskammern Last-Minute-Angebote für Ausbildungsplätze machen.

Zudem rief er dazu auf, die Ferien für die Suche im Internet nach einer geeigneten Ausbildung, auch schon für das Jahr 2014, sowie die oftmals angebotenen Schnuppertage oder Praktika der Firmen zu nutzen.

Prignitz: 12,5 Prozent arbeitslos

Im Juni meldeten sich 1025 Frauen und Männer arbeitslos. 1145 dagegen beendeten die Arbeitslosigkeit, wie die Agentur für Arbeit mitteilt. Insgesamt lag die Zahl der Arbeitsuchenden bei 9229, die Arbeitslosenquote betrug 12,5 Prozent. Im Juni 2012 waren es noch laut Statistik der Arbeitsagentur 13,1 Prozent. Zurück gegangen ist allerdings die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen. Und zwar im bisherigen Zeitraum 2013 um zehn Prozent im Vergleich zu 2012. Außerdem wurden bislang elf Prozent mehr Arbeitsstellen abgemeldet als im Vorjahr.

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