Mehr freie Stellen : Arbeitslosenzahl bleibt unverändert

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Das gab es im Winter vor sechs Jahren zum letzten Mal: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar nicht gestiegen, sondern sogar ganz minimal - um 27 - gesunken. Zu verdanken ist das nicht nur dem milden Winter.

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27. Februar 2014, 18:32 Uhr

Die Betriebe halten ihr Personal: Im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber Januar praktisch gleich geblieben. Wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Kiel mitteilte, waren weiterhin rund 111 600 Menschen ohne Arbeit. Im Vergleich zum Februar 2013 hat sich die Erwerbslosenzahl um 4200 oder 3,6 Prozent verringert. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Januar bei 13,2 Prozent, 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Der Nordosten bleibt damit das Schlusslicht unter den Bundesländern.

„Der milde Winter hat - saisonal unüblich - sogar zu einem minimalen Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat Januar geführt“, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. Im Februar seien 27 Menschen weniger arbeitslos gewesen als im Januar. So etwas habe es 2008 zum letzten Mal gegeben.

Sie führte das gute Ergebnis aber nicht nur darauf zurück, dass auf dem Bau, in der Landwirtschaft und im Garten- und Landschaftsbau wegen der milden Temperaturen weitergearbeitet werden konnte, sagte Haupt-Koopmann. Es gebe auch ein stärkeres Angebot an offenen Stellen als Vorboten für eine Frühjahrsbelebung, die sie in den nächsten beiden Monaten erwartet.

Seit Jahresbeginn seien 6900 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden - 370 oder 5,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zu 2013 gebe es 3700 Stellen mehr, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie den wirtschaftlichen Dienstleistungen. Dazu gehörten Callcenter, Sicherheits- und Reinigungsfirmen, aber auch hochqualifizierte Dienstleistungen wie Architekturbüros, Steuerberater oder Reisebüros.

Jedes dritte neue Beschäftigungsverhältnis werde derzeit mit jungen Leuten unter 25 Jahren geschlossen, sagte Haupt-Koopmann. Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen sei im Vergleich zu den Februar-Daten des Vorjahres um 1300 oder 12,6 Prozent auf 9200 gesunken.

Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) frohlockte: „Damit setzt bereits im Februar der Frühjahrsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt ein.“ Es entstünden immer mehr gute Arbeitsplätze im Land.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) meinte, die guten Ergebnisse seien kein Grund sich auszuruhen. „Wir brauchen mehr Jobs im verarbeitenden Gewerbe. Die Unterstützungsmöglichkeiten des Landes sind darauf ausgerichtet.“ 

Die oppositionelle Linksfraktion im Landtag hält die hohe Zahl der Minijobs sowie der Langzeitarbeitslosen für bedenklich. Nach Angaben der Minijobzentrale hätten im Herbst 83 229 Frauen und Männer in Minijobs gearbeitet, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Fraktion, Henning Foerster. Minijobs gehörten zu den am schlechtesten bezahlten Beschäftigungen. Als weiteres Problem sieht er die Zunahme der Langzeitarbeitslosigkeit im Land. Den sechsten Monat in Folge seien mehr Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Im Februar sei deren Zahl um 2206 gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion, Silke Gajek, äußerte sich ebenfalls besorgt über die Langzeitarbeitslosigkeit, die um 6,5 Prozent höher sei als vor einem Jahr.

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