Schwerin : Arbeitslose erkämpfen sich Hilfe

Verband fordert Unterstützung für soziale Projekte

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26. April 2018, 20:45 Uhr

Am Ende hat sich ihr Einsatz gelohnt: Bei strömendem Regen trafen sich am gestrigen Morgen 20 Mitglieder des Arbeitslosenverbands MV zu einer Mahnwache vor dem Landtag in Schwerin. Zweimal hatten sie sich zuvor mit einem Hilferuf an die Landesregierung gewandt, weil die Kürzungen der Finanzausstattung der Jobcenter in diesem Jahr den Verband in einigen Standorten an seine Grenzen bringt. Zweimal erhielten sie keine Antwort.

Gestern dann, als die Demonstranten vor dem Schloss bereits bis auf die Haut durchnässt waren, empfingen sie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) überraschend zum Gespräch, erzählt der Verbandsvorsitzende Jörg Böhm (parteilos): „Wir haben für zwei Standorte Lösungsangebote bekommen. Damit sind die Probleme nicht überall gelöst, aber es macht Hoffnung.“

In Bad Kleinen und in Gadebusch soll jeweils ein Projekt auf den Weg gebracht werden. Wie diese genau aussehen sollen, konnte noch nicht gesagt werden. Darüber hinaus sollen zwei Stellen für Bürgerarbeit bereitgestellt werden, teilt Glawe mit: „Wir wollen Menschen dabei unterstützen, wieder in Arbeit zu kommen. Durch Projekte können wir aktiv Perspektiven aufzeigen.“

Die positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und der daraus resultierende Rückgang von Leistungsbeziehern habe die Förderungen durch die Jobcenter stark vermindert. Sie bekämen in diesem Jahr fast 20 Millionen Euro weniger vom Bund. Betroffen davon sind vor allem Tafelausgaben, Kleiderkammern und Möbelbörsen. Neben den Beschäftigten seien vor allem die Hilfebedürftigen leidtragend, klagt Böhm. „Wir haben derzeit über 3000 Langzeitarbeitslose weniger in Beschäftigungs- und Bildungsmaßnahmen als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.“

Im Sozialministerium hat unterdessen ein „Runder Tisch“ zur Sicherung von sozialen Hilfsprojekten seine Arbeit aufgenommen. Bei seiner nächsten Sitzung sei der Arbeitslosenverband eingeladen. Er fordert sinnvollen Förderketten für Langzeitarbeitslose und für eine auskömmliche Finanzierung sozialer Hilfeprojekte.Lisa Kleinpeter

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