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Bis 2016 in MV weniger als 70 000 Arbeitslose : Arbeitskräfte werden knapp

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Die Arbeitslosigkeit in MV ist in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten zurückgegangen. Seit den radikalen Hartz-IV-Reformen 2005 ist die Zahl der Frauen und Männer ohne Job um 38 Prozent gesunken.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2011 | 07:53 Uhr

Schwerin | Die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern ist in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten zurückgegangen. Seit den radikalen Hartz-IV-Reformen 2005 sei die Zahl der Frauen und Männer ohne Job um 38 Prozent gesunken, erklärte Jürgen Goecke, Chef der Landesarbeitsagentur Nord gestern in Schwerin - von 158 000 auf derzeit 98 700. Davon hätten auch Langzeitarbeitslose profitiert, deren Zahl um 29 Prozent abgenommen habe. Die Arbeitslosenquote sei in den vergangenen fünf Jahren von 17,9 Prozent auf 11,6 Prozent gefallen.

Der Trend hält an: Es sei mit einem "massiven Rückgang" zu rechnen, prophezeite Goecke. Allerdings werde sich der Rückgang der Arbeitslosenzahlen in den kommenden Jahren verlangsamen. Je mehr die Arbeitslosigkeit sinkt, je weniger passen offene Stellen und Erwerbslose zusammen, erklärte Goecke. "Am Ende dieser Legislaturperiode in fünf Jahren wird die Zahl der Arbeitslosen unter 70 000 sinken." Auch der befürchtete Konjunkturabschwung werde sich auf den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern weniger stark auswirken. Wissenschaftlern zufolge, nehme die Arbeitslosigkeit in MV selbst bei der ungünstigsten Wirtschaftsentwicklung weiter ab - um 2,2 Prozent, rechnete Goecke vor. Im günstigsten Fall erwarteten die Wissenschaftler einen Rückgang von 5,6 Prozent.

Trotz der günstigen Aussichten: Die schlechten Erfahrungen und die Stellennot der vergangenen Jahre sitzen tief: Die günstigeren Arbeitsmarktchancen seien "bei vielen im Kopf noch nicht angekommen", meinte Goecke, Noch immer herrsche die Meinung vor, man müsse Mecklenburg-Vorpommern verlassen, um einen Job zu finden. Keinesfalls: In den vergangenen sechs Jahren seien in MV 24 000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Jobs geschaffen worden, erklärte Goecke - vor allem in der Gesundheitswirtschaft. Allein in dem Bereich seien seit 2005 etwa 13 700 zusätzliche Stellen geschaffen worden, erklärte Goecke. Inzwischen würden im Land die Arbeitskräfte knapp. Goecke: "Das ist das Problem der nächsten Jahre."

Künftig müssten neue Wege gefunden werden, um jene Arbeitslose wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen, die in der Vergangenheit lange ohne Job waren. Rund 160 Millionen Euro - so viel wie in diesem Jahr - stehen in den Arbeitsagenturen im kommenden Jahr für Arbeitsmarktmaßnahmen bereit, sagte Goecke - vor allem berufsvorbereitende Hilfen, für Qualifizierungsmaßnahmen aber auch Arbeitsgelegenheiten.

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