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Geringe Übernahmequote von Azubis in MV : Arbeitsagentur fordert Taten statt Worte

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In Mecklenburg-Vorpommern findet trotz des drohenden Fachkräftemangels nur etwa jeder zweite Jugendliche nach dem Ende der Ausbildung auch einen Job in seinem Betrieb. Damit hinkt man im Bundesvergleich hinterher.

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2013 | 10:54 Uhr

Schwerin | Trotz des vielbeschworenen drohenden Fachkräftemangels findet nur etwa jeder zweite Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern nach dem Ende der Ausbildung auch einen Job in seinem Betrieb. Zu dieser Einschätzung kommt die Arbeitsagentur Nord. Außerdem bieten nur 37 Prozent der ausbildungsberechtigten Firmen im Land auch Lehrstellen an. "Die Firmen wollen, dass die jungen Leute im Land bleiben und die Lücken in den Belegschaften schließen. Die Signale, die durch diese Zahlen ausgesendet werden, untermauern das aber nicht", erklärte Margit Haupt-Koopmann, Leiterin der Arbeitsagentur Nord. Die Chance, nach der Lehrzeit in eine feste Anstellung übernommen zu werden, habe sich zwar seit 2009 spürbar verbessert, doch hinke Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich noch immer deutlich hinterher.

Einer bundesweiten Erhebung zufolge fiel die Übernahmequote im Jahr 2011 in Mecklenburg-Vorpommern mit 56 Prozent niedriger aus als im Durchschnitt der Ostländer, der auf 59 Prozent beziffert wurde. In den westdeutschen Bundesländern konnten demnach sogar 67 Prozent der Auszubildenden in eine Festanstellung wechseln.

Gute berufliche Perspektiven seien neben dem oft höheren Gehalt noch immer ein Grund, nicht in Mecklenburg-Vorpommern, sondern in einem westlichen Bundesland eine Ausbildung aufzunehmen. "Wonach richten sich junge Leute? Sie fragen sich, wo bekomme ich ein akzeptables Gehalt und gleichzeitig berufliche Entwicklungschancen", sagte Margit Haupt-Koopmann. Zuvor schon hatte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) die Wirtschaft des Landes ermahnt, mehr Anstrengungen zu unternehmen, um gute Leute zu bekommen.

Der Studie zufolge haben Lehrlinge in Industriebetrieben, Banken oder in der öffentlichen Verwaltung Mecklenburg-Vorpommerns die besten Chancen, übernommen zu werden. Für viele Dienstleistungsfirmen sowie Agrar- und Bauunternehmen trifft das aber nicht zu. "Wenn im Land zwei Drittel der Azubis nach ihrer Abschlussprüfung in Festanstellungen übernommen würden, wäre das ein großer Erfolg. Gelingt das nicht, bleibt alles Werben um Fachkräfte unglaubwürdig", so Margit Haupt-Koopmann.

Den einsetzenden Arbeitskräftemangel bekommen nach Angaben der Arbeitsagentur neben Metallbetrieben vor allem Transportfirmen und Gastronomie-Einrichtungen schon zu spüren. Hunderte von Koch- und Kellnerlehrstellen blieben im Vorjahr unbesetzt. Um die insgesamt 12 000 gemeldeten Ausbildungsstellen hatten sich nur etwa 8900 Schulabgänger beworben. Demgegenüber ist nach Berechnungen der Gewerkschaften etwa jeder sechste junge Mensch zwischen 20 und 29 Jahren im Nordosten ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

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