Neustrelitz : Arbeiten an Ruine des Schlosskellers Neustrelitz eingestellt

Um den Schlosskeller ist ein Streit entbrannt.

Um den Schlosskeller ist ein Streit entbrannt.

Was passiert mit dem Keller des zerstörten Schlosses in Neustrelitz? Ein Treffen von Finanzminister und Stadtvertretern brachte einen Baustopp.

svz.de von
08. März 2018, 12:00 Uhr

Die Arbeiten an der Ruine des Schlosskellers in Neustrelitz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) sind vorerst gestoppt. Der geplante nächste Schritt, Müll aus der Kellerruine zu bergen, könne aus Sicherheitsgründen noch nicht erfolgen, erklärte Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) am Mittwoch nach einem Treffen mit Neustrelitzer Stadtvertretern und Fachleuten in Schwerin. Die Stadtvertreter wollten die bisherigen Planungen nun noch einmal überdenken, unter anderem was generell auf dem Schlossberg passieren soll. Dazu sei auch ein weiteres Treffen mit dem Minister, Denkmalpflegern, Statikern und anderen Fachleuten in Neustrelitz geplant.

Nach dem Roden der Bäume sollte eigentlich der Müll aus der Kellerruine geborgen werden. Das kann aber aus Sicherheitsgründen nicht erfolgen, wie Brodkorb sagte. Ein Statiker habe klargestellt, dass „erhebliche Teile des Kellers einsturzgefährdet sind“. Man müsste zudem erst die Kellerdecke abtragen, um die Ruine richtig räumen zu können. Das würde aber weitere Instabilität bringen.

Deshalb sollte an bestimmten Stellen Fließsand eingesetzt werden, was ein Teil der Neustrelitzer aber ablehnt.„Wenn wir jetzt die Kellerdecke öffnen, würden die Beschädigungen durch Witterungseinflüsse noch größer“, sagte der Minister. Das Residenzschloss prägte die Stadtarchitektur. Es war im April 1945 ausgebrannt. Die Ruinen ließ die SED-Führung 1949 sprengen und abtragen.

Das Land ist Eigentümer von Schlossberg und -park. Es will den mehr als 70 Jahre brachliegenden Keller räumen und mit Spezialsand füllen lassen. Inklusive der Neugestaltung des Schlossbergs sollte das 1,2 Millionen Euro kosten. In Neustrelitz regt sich aber Widerstand gegen die Verfüllung. Vereine und Bewohner befürchten, dass die Verfüllung des denkmalgeschützten Kellers mit seinen etwa 40 Räumen eine Wiederbebauung des markanten Geländes unmöglich machen würde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen