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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 04:26 Uhr

Schwerin : Arbeit für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für die schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt setzt die Arbeitsagentur in Mecklenburg-Vorpommern zusätzliches Personal ein

Für die schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt setzt die Arbeitsagentur in Mecklenburg-Vorpommern zusätzliches Personal ein. Von Mitte Juli an sollen drei Mitarbeiter mit arabischem Hintergrund in die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes gehen, um Vorbildung sowie berufliche Qualifikation von Flüchtlingen zu erfragen, wie die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, gestern in Schwerin sagte. Dann seien die Jobcenter besser vorbereitet, wenn die Betroffenen auf die Kommunen verteilt und vorstellig werden.

In der Staatskanzlei hatte zuvor das Bündnis für Arbeit getagt. Arbeitgeber, Deutscher Gewerkschaftsbund und Arbeitsagentur betonten dabei übereinstimmend die große Bedeutung schneller Deutschkurse für die Flüchtlinge, die höchstwahrscheinlich bleiben dürfen. Der Landkreistag hatte jüngst von der Landesregierung Geld für rasche Elementarkurse gefordert. Die Volkshochschulen stünden mit ehrenamtlichen Lehrkräften dafür bereit, hatte der Kommunalverband erklärt.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) verwies am Montag auf den Bund, mit dem man in Gesprächen sei. Die Ergebnisse sollten abgewartet werden. Der Bund will sich ab 2016 dauerhaft an den Kosten für Flüchtlinge beteiligen. Nach Sellerings Angaben sind die derzeit auf ehrenamtlicher Basis angebotenen Deutschkurse im Land ausreichend. Sollte ein Lehrender Aufwendungen für Lernmittel oder Fahrtkosten haben, könne er sich gerne an die neue Bürgerstiftung wenden, sagte er.

Die Vorsitzende des Landesflüchtlingsrats, Ulrike Seemann-Katz, teilt Selle-rings Einschätzung nicht. „Das Angebot an Deutschkursen für Flüchtlinge ist absolut nicht ausreichend“, sagte sie. Nicht überall gebe es Kurse. Nicht überall hielten die Lehrenden - oft pensionierte Lehrer - lange durch. Nicht jeder Flüchtling werde erreicht. Vielerorts fehle es an Lehrbüchern und Arbeitsblättern. Seemann-Katz rief zur Eile auf: Ohne Deutschkurse gebe es ausgegrenzte Menschen.

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