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Mvgida : Appell: Diskussion statt Demonstration

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Die Kundgebungen für und gegen Mvgida werden zusehends zum Ritual.

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2015 | 22:56 Uhr

Die Kundgebungen für und gegen Mvgida werden zusehends zum Ritual. Zusehends geraten Planungen zu den   „Spaziergängen“ zum organisatorischen Kräftemessen: Wer bringt mehr Leute auf die Straße, wer meldet welche Plätze und Routen so  geschickt an, dass  dem „Gegner“ tunlichst  wenig Entfaltungsmöglichkeit bleibt. Dass eine Seite die andere mit  Argumenten überzeugt, bleibt Illusion.

Insofern wirft die  Schweriner Integrations-Aktivistin Hanne Luhdo, Vorsitzende des Vereins „Die Platte lebt“ und  Regine-Hildebrandt-Preisträgerin 2014,  eine berechtigte These auf: „Stellt Euch vor, es ist Demo  – und keiner geht hin!“ Dann wäre  jeden zweiten Montag Zeit, meint sie,  „um Gespräche zu führen – ohne uns gegenseitig zu beschimpfen oder anzuschreien“.  Luhdo ist  jeder Pegida-Sympathie unverdächtig. Zusammen mit  Gleichgesinnten, darunter der Bürgerrechtler Heiko Lietz,wollte  sie jedoch den Sorgen der Unzufriedenen, die sich zum rechtsextrem dominierten Pegida-Ableger Mvgida  verirrten, einen ernsthaften Diskussionsraum  bieten. Im   Dreescher Stadtteiltreff „Eiskristall“, der mit zu dem für seine Integrationsarbeit  ausgezeichneten Platte-Verein gehört,   lud sie  schon zweimal zum „offenen Forum“ ein.

Dagegen positionierte sich Mitte Februar ein landesweites Bündnis  von Demokratie-Initiativen (wir berichteten).  Es sei „völlig klar, dass durch Dialogangebote an Nazis der NPD-Strategie der Wortergreifung ein Scheunentor geöffnet wird“, hieß es. 

Luhdo findet, man dürfe den Forums-Organisatoren  schon zutrauen, die Debatte in der Hand zu behalten. Per Geschäftsordnung hätten sie sich  hinreichend von Rassismus und Menschenfeindlichkeit abgegrenzt.  Sie hält ihren Kritikern entgegen: Nicht wenige Unterzeichner  der Dialog-Verbots-Forderung hätten 1989 selbst auf der Straße Demokratie und Meinungsfreiheit eingefordert. „Und nun verurteilen sie aus der Ferne die, die bereit sind, mit Andersdenkenden zu reden.“   Wohl auch deshalb hatte das lokale Aktionsbündnis „Schwerin für alle“ den Appell nicht nicht unterzeichnet.

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