Apotheken ordnen Notdienste neu

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13. Oktober 2011, 07:36 Uhr

Schwerin | Wer im kommenden Jahr in den Abend- oder Nachtstunden ein Rezept einlösen will, wird zuvor möglicherweise den diensthabenden Apotheker anrufen müssen. Die Apotheker des Landes werden sich auf ihrer heutigen Kammerversammlung mit der Einführung einer Rufbereitschaft für Dienste außerhalb der regulären Öffnungszeiten beschäftigen.

Daran, den Apothekennotdienst ausschließlich durch eine Rufbereitschaft zu ersetzen, sei aber nicht gedacht, betont der Geschäftsführer der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Falk Wilhelm. Eine Evaluierung habe allerdings ergeben, dass der Apothekennotdienst nur bis 21, spätestens bis 22 Uhr intensiv genutzt würde. "Nachts kommt nur sehr, sehr selten jemand", so Wilhelm.

In Einzelfällen soll es diensthabenden Apothekern daher künftig erlaubt werden, die Apotheke um 22 Uhr zu verlassen. Die Betriebsordnung ließe das ausdrücklich zu, wenn der Apotheker garantieren würde, dass er bei einem Anruf binnen zehn Minuten an seinem Arbeitsplatz ist, so Wilhelm.

Sollte die Kammerversammlung den Änderungen bei der Dienstbereitschaft zustimmen, müssen diese auch noch durch das Sozialministerium bestätigt werden. In Kraft treten sollen sie 2012.

Grundsätzlich würden die meisten Menschen im Land im Umkreis von 20 Kilometern rund um die Uhr eine diensthabende Apotheke erreichen können, so der Kammergeschäftsführer. Ein Pilotprojekt im alten Landkreis Ludwigslust und auf Rügen, wo seit 2006 der Notdienst anders als im Rest des Landes organisiert wurde, habe sich dagegen nicht bewährt. Dort hätte jede der Apotheken im Kreis alle 13 Tage durchgehend Notdienst gehabt. In allen anderen Regionen sei es dagegen üblich, dass sich mindestens fünf Apotheken zu einem Notdienstkreis zusammenschließen und dort dann einen durchgehenden Dienst gewährleisten. "Der Vorteil dieses Modells liegt in den deutlich kürzeren Wegen", betont Wilhelm. Auf Rügen oder im alten Landkreis Ludwigslust hätten Kunden dagegen bis zu 50 Kilometer fahren müssen, um ein Rezept einzulösen.

Während bundesweit die Zahl der Apotheken im letzten Jahr leicht zurückging, halten sich hierzulande Schließungen und Neueröffnungen noch die Waage, so Wilhelm. Aktuell gibt es 409 Apotheken in MV. Im Osten des Landes sei das Netzt der Apotheke aber viel dünner als im mecklenburgischen Landesteil. "Wo sich keine Ärzte mehr niederlassen, ist auch der wirtschaftliche Betrieb einer Apotheke nicht mehr möglich", erläutert Wilhelm.

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