AOK stoppt Versand von Organspende-Ausweisen

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10. September 2012, 07:33 Uhr

Berlin/Schwerin | Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben nach dem Organspendeskandal an deutschen Kliniken Konsequenzen gezogen: Die Ortskrankenkassen stoppten ihre Pläne, bereits ab September die rund 24 Millionen Versicherten über das Thema Organspende zu informieren. Den Versicherten wird laut AOK-Bundesverband zunächst kein Informationsmaterial und kein Organspenderausweis zugeschickt.

Auslöser waren Vorfälle an deutschen Universitätskliniken: Ärzte hatten Akten manipuliert und somit Patienten schneller zu einem neuen Organ verholfen. "Wir brauchen dringend, eine Aufklärung der Vorwürfe, mehr Transparenz im Organspendeverfahren und eine strikte Kontolle", forderte der Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes Jürgen Graalmann. Daran müsse aber noch gearbeitet werden. Andere gesetzliche Krankenkassen reagierten weniger drastisch auf den Skandal. Ähnliche Konsequenzen wie die AOK, werden sie voraussichtlich nicht ziehen. "Wir arbeiten derzeit noch mit Hochdruck an unserem Informationsmaterial. Der Versand ist noch gar nicht gestartet", sagte Heike Schmedemann, Sprecherin der Techniker-Krankenkasse in MV. Die rund 120 000 Versicherten im Land sollen demnach erst ab Dezember angeschrieben werden.

Die Barmer GEK fokussiert sich laut ihres Sprechers für Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Klink, auf Anfang 2013. "Die Frage nach Konsequenzen wie bei der AOK stellt sich für uns deshalb nicht", sagte Klink. Er geht davon aus, dass der aktuelle Organspendeskandal zügig und umfassend aufgeklärt werde. Trotz der "bedauerlichen Vorwürfe" dürfe man nicht nachlassen, Aufklärungsarbeit für das Thema Organspende zu betreiben.

In Mecklenburg-Vorpommern wollte die AOK rund 400 000 Informationsbriefe an ihre Versicherten verschicken. Die Pläne liegen zunächst auf Eis "Wir werden die Debatte um das Thema erst einmal genau beobachten", teilte Markus Juhls, Sprecher der AOK Nordost in Schwerin dazu mit.

Das neue Transplantationsgesetz tritt Anfang November in Kraft. Es sieht laut Juhls auch vor, dass die Krankenkassen ab diesem Zeitpunkt bis zum Oktober 2013 ihren Versicherten immer wieder Infomaterial über das Thema Organspende und einen Spenderausweis zuschicken. "Wir haben also noch genügend Zeit und werden diese auch nutzen", sagte AOK-Sprecher Juhls. In den Fillialen der Krankenkasse könne man sich aber weiterhin über das Thema Organspende informieren und sich dort auch einen Spenderausweis ausstellen lassen.

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