P+S-Werften : Anzeige wegen Insolvenzverschleppung

Foto: Archiv
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Ende August stellte die neue P+S-Geschäftsführung einen Insolvenzantrag für die Werften in Stralsund und Wolgast. Nun ist bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen angeblicher Insolvenzverschleppung eingegangen.

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10. September 2012, 06:26 Uhr

Die finanzielle Schieflage der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast hat möglicherweise ein juristisches Nachspiel.

Bei der Staatsanwaltschaft Stralsund ist Anzeige wegen angeblicher Insolvenzverschleppung bei den P+S-Werften in Stralsund und Wolgast eingegangen. In der Anzeige geht der Antragsteller laut Oberstaatsanwalt Ralf Lechte davon aus, dass bereits im Frühjahr vor Beantragung des 152 Millionen Euro schweren staatlichen Rettungspaktes die Lage der Werften so ausweglos gewesen sei, dass Insolvenz hätte angemeldet werden müssen.

Bei dem Verfasser der Anzeige handelt es sich laut Lechte nicht um einen Gläubiger oder Zulieferer. Die Staatsanwaltschaft Stralsund wird den Vorgang an die für Wirtschaftsdelikte schwerpunktmäßig zuständige Staatsanwaltschaft in Rostock abgeben. Weitere Angaben machte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht.

Die P+S-Werften, für die Ende August das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet wurde, waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Im vergangenen Mai war bekannt geworden, dass die Werften trotz prall gefüllter Auftragsbücher weitere Finanzhilfen benötigen. Das Land schnürte zusammen mit dem Bund ein 152 Millionen Euro schweres Rettungspaket, das Anfang Juli von der EU unter Vorbehalt genehmigt wurde. Beschäftigte und auch Zulieferer erklärten sich zudem bereit, mit millionenschweren Zugeständnissen den Werften zu helfen.

Nach dem Stopp der staatlichen Rettungsbeihilfe Mitte August hatte die KLH-Gruppe aus Bad Doberan mit einer Anzeige wegen Insolvenzverschleppung gegen das Land gedroht. Das Unternehmen liefert unter anderem die Klimatechnik für die im Bau befindlichen Scandlines-Fähren. Der Geschäftsführer der Bad Doberaner Kältetechnik-Gruppe, Harald Selck, hatte laut einem Medienbericht dem Land vorgeworfen, das wahre Ausmaß der finanziellen Schwierigkeiten verschwiegen und die Zulieferer über Monate getäuscht zu haben. Das Wirtschaftsministerium hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.


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