Grabow: Genversuch auf Schockemöhle-Gestüt gestartet : Anwohner protestieren gegen Impfreihe

<strong>Mit einem  Plakat</strong> protestieren diese Mädchen gegen die Impfversuche.<foto>dpa</foto>
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Mit einem Plakat protestieren diese Mädchen gegen die Impfversuche.dpa

Menschen mit Transparenten und Schutzmasken haben sich vor dem Versuchsstall des Lewitz-Gestüts eingefunden, um gegen den Start des umstrittenen Impfversuchs an Fohlen mit genveränderten Bakterien zu demonstrieren.

svz.de von
25. März 2013, 06:42 Uhr

Grabow | Gestern Vormittag vor dem Versuchsstall des Lewitz-Gestüts von Ex-Springreiter Paul Schockemöhle im Grabower Ortsteil Heidehof: Menschen mit Transparenten und Schutzmasken vor dem Mund hatten sich eingefunden, um gegen den Start des umstrittenen Impfversuchs an Fohlen mit genveränderten Bakterien zu demonstrieren.

Laut Angaben einer Sprecherin des niederländischen Pharmaunternehmens Intervet lägen für den Versuch alle notwendigen Genehmigungen vor. Daher werde nun mit Beginn der Fohlensaison die wissenschaftliche Feldstudie mit einem gentechnisch abgeschwächten Impfstoff gegen Infektionen begonnen. Ziel sei es, die Marktzulassung des neuen Medikaments zu beantragen. Der Impfstoff solle Fohlen gegen eine eitrige Lungenentzündung immun machen.

Die Gegener befürchten dagegen durch den Genversuch Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier. Rosemarie Roeschke, Mitinhaberin der "Kraftfahrzeuginstandsetzung Dirk Roeschke" aus Grabow-Heidehof, hat deshalb gegen die Impfreihe geklagt: "Wir wohnen 50 Meter von dem halboffenen Versuchstall entfernt und betreiben genau gegenüber eine KfZ-Werkstatt. Wir sind also direkt gesundheitlich betroffen", sagte sie.

"Mit Hilfe eines Impfstoffs sollen im größten Gestüt Deutschlands die nicht artgerechten, industriellen Haltungsbedingungen von zu vielen eingesperrten Pferden auf zu engem Raum optimiert werden", sagt Dr. Burkhard Roloff, Gentechnikexperte beim BUND. Dieser Freisetzungsversuch passe nicht nach Mecklenburg-Vorpommern, das Gesundheits-, Tourismus- und Pferde-Land sein will.

Der Proteststurm gegen das Vorhaben brach Anfang 2012 los. Bis zum 21. Februar des Vorjahres waren insgesamt 437 Einwendungen gegen den geplanten Impfversuch im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingegangen. Davon wurden 353 Einwendungen im Bürgerbüro von Grabow abgegeben. Darüber hinaus haben fast 30 000 Menschen Protestmails an die zuständigen Ministerien versandt. Die Einwendungen und Protestmails richten sich gegen das Vorhaben des niederländischen Pharmakonzerns Intervet, erstmals gentechnisch veränderte lebende Bakterien an Pferden in Deutschland zu testen.

Zu den engagierten Bürgern, die sich mit dieser Entscheidung zur Freisetzung des genmanipulierten Impfstoffs für Fohlen nicht abfinden wollen, gehört auch Gisela Welke. "Gesundheit und körperliche Unversehrtheit können durch die Risiken dieser Freisetzung beeinträchtigt werden", so die engagierte Grabowerin, die sich besonders über das Verhalten der Politiker enttäuscht zeigt, die anscheinend die Ängste und Sorgen der Bürger nicht ernst genug nehmen.

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