Multiresistente Keime : Antibiotika-Einsatz mit Todesfolge

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Bakterien werden durch Einsatz von Antibiotika resistent und zur tödlichen Gefahr.

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03. Dezember 2014, 19:45 Uhr

Multiresistente Keime bereiten Medizinern immer häufiger Probleme. Es handelt sich dabei um Bakterien, die durch den häufigen Einsatz von Antibiotika resistent gegen sie geworden sind. Sie treten vor allem in Krankenhäusern und bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen auf – aber auch bei Menschen, die in der Landwirtschaft mit Tieren arbeiten. Das Problem müsse ressortübergreifend angegangen werden, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Verbraucherschutzminister Till Backhaus (SPD) gestern auf einer Fachtagung in der Landesvertretung in Berlin. Backhaus hatte als Chef der Verbraucherministerkonferenz zur Tagung eingeladen.

Resistenzbildungen seien ein natürlicher Abwehrmechanismus von Bakterien, erläuterte er. Der Mensch fordere diese Abwehrmechanismen aber durch einen schnellen, häufigen und unspezifischen Einsatz von Antibiotika geradezu heraus.

In MV seien bereits Erfahrungen mit einem eigenen Antibiotika-Monitoring gesammelt worden. „Eine wertvolle Erkenntnis ist, dass man nach einer erfolgten Ursachenforschung nur zusammen mit Tierhaltern, Veterinären und den Behörden ein effektiveres und gezielteres Antibiotika-Management erreichen kann“, sagte der Minister.

So sei es gelungen, bei Masthühnern die Zahl der durchschnittlichen Antibiotika-Behandlungen von 3,4 im Jahr 2012 auf 2,5 Behandlungen je Mastdurchgang 2014 zu senken. Auch bundesweit seien 2013 weniger Antibiotika in der Tierhaltung verabreicht worden als 2012.

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