Sender zieht um : Antenne MV verlässt Plate

Das Funkhaus in Plate
Das Funkhaus in Plate

Radiosender plant Umzug nach Rostock zum Jahresende

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26. Juni 2015, 21:00 Uhr

Die Medienlandschaft um Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt herum wird erneut ein Stückchen ärmer. Der erste landesweite Privatradio-Sender Antenne MV verlässt seinen Stammsitz in Plate und zieht in die größte Stadt des Landes, nach Rostock. Geschäftsführer Robert Weber begründete diese Entscheidung mit neuen Herausforderungen vor allem in der digitalen Verbreitung des Programms und daraus resultierenden Investitionen. Da das dem Sender gehörende Funkhaus in Plate inzwischen zu zwei Drittel leer stehe, sollten diese Investitionen nun in einen zukunftsfähigen Standort gesteckt werden. Nach monatelangen Planungen und Gesprächen habe die für Privatradios zuständige Aufsichtsbehörde, die Medienanstalt MV, dem Umzug nach Rostock zugestimmt. Die derzeit 28 Mitarbeiter am Standort Plate werden ab Dezember 2015 unter einem Dach zusammen arbeiten mit den schon bisher in Rostock tätigen sieben Kollegen im Verkauf. Laut Weber bleibt Antenne MV aber in der Landeshauptstadt präsent: Das bisher nur sporadisch genutzte Außenstudio in der Marienplatzgalerie soll künftig größere Bedeutung bekommen. So soll die politische Berichterstattung aus der Landeshauptstadt von dort aus ausgedehnt werden.

Für Plate ist der Umzug des Senders an die Ostsee vor allem ein Imageverlust, so sieht es jedenfalls Bürgermeister Ronald Radscheidt: „Schließlich hat Antenne MV unsere Gemeinde im ganzen Land bekannt gemacht.“ Doch wenn das Unternehmen sich anders orientiere, muss die Kommune das akzeptieren. „Wenn es um die Nachnutzung des Funkhauses geht, sind wir gern bereit, Ideen einzubringen“, betont Radscheidt.

Doch jetzt geht es erst einmal um den Sender: Grundlegende Änderungen am Programmkonzept werde es im Zuge der Standortverlagerung nicht geben, sagt Geschäftsführer Weber gegenüber unserer Zeitung. „Wir sind und bleiben ein Programm für ganz Mecklenburg-Vorpommern.“ Der Sender definiert als seine Zielgruppe Hörer zwischen 14 und 49 Jahren. Dies, so Weber, müsse sich auch in der Redaktion widerspiegeln. Eine Verjüngung der Belegschaft werde sich darum nicht vermeiden lassen, erklärte er. Mit einer älteren Mitarbeiterin hatte man sich bereits im Vorfeld gütlich geeinigt. Die Herausforderungen für alle betroffenen Mitarbeiter sind auch dem Geschäftsführer bewusst. Jedoch meint er, eine gewisse positive Wahrnehmung erkannt zu haben, dass die Entscheidung für das Unternehmen richtig sei. Der einstige Marktführer Antenne MV ist nach Analysen der Arbeitsgemeinschaft Media Analyse im Vergleich aller Radiosender im Land seit Jahren an dritter Stelle zu finden.

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