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Jägerausbildung in MV : Ansturm auf Jagdschulen

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Mecklenburg-Vorpommern gilt als Hochburg der Jägerausbildung in Deutschland

svz.de von
erstellt am 22.Jan.2017 | 20:45 Uhr

Mehr als 2000 Jäger-Prüflinge gibt es  pro Jahr, wie der Leiter des Jägerlehrhofs des Landesjagdverbandes, Henning Voigt, sagte. „Nicht einmal zehn Prozent von ihnen kommen aus Mecklenburg-Vorpommern.“

Im Land gibt es rund 12 000 Jagdschein-Inhaber. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands (DJV) besitzt jeder 132. Mecklenburger bzw. Vorpommer einen Jagdschein. Damit gibt es im Norden deutlich mehr Jäger als im bundesweiten Durchschnitt. Die rund 30 Jagdschulen sind aber bei angehenden Jägern aus anderen Bundesländern sehr beliebt. Das liege nicht etwa an leichteren Prüfungen, versicherte Voigt. Auch werde nur geprüft, wer im Land ausgebildet worden sei, denn man wolle keinen „Prüfungstourismus“ haben.

Als Grund für den Ansturm nennen Jagdschulen vor allem die komprimierte Ausbildung innerhalb von bisher zwei Wochen statt an vielen Wochenenden und den fairen Preis. Beim Landesjagdverband koste ein Kurs inklusive der Sachkosten, aber ohne Übernachtung und Verpflegung, 1600 Euro, sagte Voigt. Für Jugendliche und Studenten sei es billiger: „Aber so viel wie für einen Führerschein muss man schon hinlegen.“ Der Landesjagdverband werde nicht reich damit, was er als gemeinnütziger Verein aber auch nicht dürfe. Auch sechs Kreisjagdverbände im Land betreiben eigene Jagdschulen.

In den 23 privaten Jagdschulen weichen die Preise nach oben ab, gut gebucht sind sie trotzdem. In anderen Bundesländern werde leicht das Doppelte und mehr verlangt, sagte der Jägermeister des Landkreises Rostock, Heinz Stegemann, der das Gros der Jagdprüfungen abnimmt. Allerdings ist seit Jahresanfang eine neue Prüfungsordnung in Kraft getreten, die Voigt zufolge Erleichterungen bringen soll, aber auch anspruchsvoller werde. Neu sei, dass angehende Jäger, die durch die Schießprüfung fallen, Gelegenheit zu einer Nachprüfung bekommen. Strenger seien allerdings die Bestimmungen in den Fächern Waffenkunde und -handhabung sowie bei der Wildbretverwertung geworden.

Immerhin sei der Jäger ein Primärerzeuger von Lebensmitteln, sagte Voigt. Da sich die Stundenzahl der Ausbildung auf 138 erhöhte, müssten die Schulen die Kurse auf drei Wochen verlängern.

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