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Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 03:47 Uhr

Semesterbeginn : Ansturm auf die Hochschulen

vom

Die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen einen ungebrochen hohen Zulauf - trotz sinkender Schulabgängerzahlen im Land: Zum Wintersemester beginnen 8600 junge Menschen ihr Studium.

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erstellt am 12.Okt.2012 | 06:34 Uhr

Schwerin | Die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen einen ungebrochen hohen Zulauf - trotz sinkender Schulabgängerzahlen im Land: Zum Wintersemester beginnen 8600 junge Menschen ihr Studium. Für 3600 von ihnen an den Fachhochschulen in Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg sowie am Schweriner Baltic College ist das Semester dabei bereits gestartet. An den Universitäten in Greifswald und Rostock beginnen die Vorlesungen für die rund 5000 Erstsemester am kommenden Montag. Da die Immatrikulationen zum Teil noch nicht abgeschlossen sind, stehen die endgültigen Einschreibe-Zahlen voraussichtlich im November fest.

Die durch den Geburtenknick Anfang der 1990er-Jahre stark gesunkene Schulabgängerzahl im Nordosten gleichen die Hochschulen vor allem durch Studenten aus anderen Bundesländern aus - um die ganz bewusst geworben wird. "Seit 1990 sind die Schulabgängerzahlen mit Hochschulreife drastisch zurückgegangen. Hier wurde 2012 der Tiefstand erreicht, 2013 wird das ähnlich bleiben. Deshalb wirbt die Hochschule Neubrandenburg verstärkt in den benachbarten Bundesländern", erklärt Christine Manthe, Pressesprecherin der Hochschule. Dabei setze man auf die Zusammenarbeit mit Gymnasien, sei auf Abi-Messen im gesamten Bundesgebiet vertreten und gestalte Projekttage oder Betriebspraktika. "Unsere Marketingaktivitäten haben sich gelohnt", zieht Manthe ein positives Fazit. Von den 620 neuen Studenten, annähernd so viele wie im Vorjahr, kommen 51 Prozent aus MV. 2008 waren es noch 68 Prozent. Studierende aus den alten Bundesländern, vor allem aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, machten rund 18 Prozent aus, etwa 17 Prozent kämen aus Berlin und Brandenburg.

Auch an der Fachhochschule Stralsund wurden im Werben um Studenten neue Wege beschritten. Erstmals wurden in diesem Jahr weniger Studiengänge mit einem Numerus Clausus versehen, berichtet Sprecher Dr. Rudi Wendorf. "Für die Fachbereiche der Hochschule bedeutete dieser Schritt ein gewisses Risiko der Überlastung einzelner Studiengänge, aber das wollte man mit dem Ziel der guten Auslastung bewusst eingehen." Zudem begegne man der demografischen Entwicklung mit verstärkter überregionaler Marketingarbeit. Mit Erfolg: Mit 2562 Studierenden insgesamt, darunter 704 Erstsemester, konnte die Fachhochschule bei den Studentenzahlen wie in den Vorjahren leicht zulegen. 47,1 Prozent der neuen Studenten kämen aus MV, Studenten aus anderen Bundesländern vor allem aus Schleswig-Holstein, Brandenburg, und Niedersachsen.

Auch an der Universität Rostock macht sich der Rückgang der Anzahl junger Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung aus MV bemerkbar, erklärt Pressesprecher Ulrich Vetter. Ihr Anteil an der Gesamtstudentenzahl sei in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen und liege derzeit bei rund 50 Prozent. "Dieser Rückgang konnte durch mehr Studienanfänger vor allem aus den westlichen Bundesländern und Brandenburg-Berlin mehr als ausgeglichen werden." So ist die Gesamtzahl der Studierenden in Rostock trotz des demografischen Wandels in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen: Von 14 472 im Wintersemester 2008 auf 15 236 im Jahr 2010 und 15 312 im vergangenen Jahr. Mit den bisher rund 3000 Einschreibungen für das beginnende Semester rechnet Pressesprecher Vetter auch in diesem Jahr mit mehr als 15 000 Studenten. An der Ernst-Moritz-Arndt- Universität Greifswald haben sich bisher 2020 Erstsemester immatrikuliert, damit studieren dort insgesamt 11 614 junge Menschen. Nur noch rund 30 Prozent von ihnen kommen aus Mecklenburg-Vorpommern. "Aus Brandenburg stammen 13 Prozent, aus Berlin zwölf Prozent. Der Anteil von Studierenden aus den alten Bundesländern liegt bei 33 Prozent", erklärt Jan Meßerschmidt, Pressesprecher der Universität.

Rund 2200 neue Studenten haben sich bisher zum Wintersemester an der Hochschule Wismar eingeschrieben. "Wir hatten weniger erwartet, haben nun aber mehr Erstsemester als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres", berichtet Sprecherin Kerstin Baldauf. Damit liegt die Gesamtstudierendenzahl bei über 7200, darunter rund 3200 Fernstudenten und 4000 Präsenzstudenten. Letztere kämen zunehmend aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Der Hochschule kommt dabei auch ihre Spezialisierung zugute: Erstmals, so Baldauf, hätten sie mehr Fern- als Präsenzstudenten aufgenommen.

Die private Hochschule Baltic College in Schwerin hat zum Wintersemester 70 Studenten aufgenommen, rund 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. "Dies liegt unter anderem an unserem neuen Masterstudiengang ,Management im Kulturtourismus, aber auch daran, dass zunehmend verstanden wird, wie wichtig die von uns angebotenen Studiengänge wie Gesundheitstourismus sind", so Sprecher Mirko Boldt.

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