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Viren lösen Bindehaut- und Hornhautentzündung aus : Ansteckende Augengrippe: Fälle häufen sich

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Sie ist extrem ansteckend und kann das Auge dauerhaft schädigen: In diesem Jahr tritt die durch Adenoviren ausgelöste Bindehaut- und Hornhautentzündung in Mecklenburg-Vorpommern offenbar besonders häufig auf.

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erstellt am 17.Dez.2012 | 08:06 Uhr

Rostock | Sie ist extrem ansteckend und kann das Auge dauerhaft schädigen: In diesem Jahr tritt die durch Adenoviren ausgelöste Bindehaut- und Hornhautentzündung in Mecklenburg-Vorpommern offenbar besonders häufig auf. Bis Mitte Dezember hatte das Landesgesundheitsamt (Lagus) bereits 59 Fälle registriert. Im ganzen Jahr 2011 waren es nur 14 gemeldete Fälle. Das gleiche Bild für ganz Deutschland: Knapp 1700 Fällen in den ersten elf Monaten dieses Jahres stehen 674 Fälle im gesamten Vorjahr gegenüber. Die tatsächliche Zahl der Erkrankten dürfte noch höher sein. Weil die Symptome der Keratokonjunktivitis epidemica ziemlich eindeutig sind, wird häufig auf die Laboruntersuchung verzichtet. Weist jedoch ein Labor Adenoviren nach, ist es laut Infektionsschutzgesetz verpflichtet, den Fall dem Gesundheitsamt zu melden. Die Erkrankung beginnt in der Regel an einem Auge und greift dann auf das andere über. Am Anfang steht zumeist ein Fremdkörpergefühl. Später sind die Augen gerötet, tränen stark und bereiten in einigen Fällen auch Schmerzen. Typisch ist außerdem die Blend empfindlichkeit des Patienten, der die Augen am liebsten gar nicht öffnen möchte. "Das für den Mediziner typische Symptom ist eine ausgeprägte Schwellung der halbmondförmigen Bindehautfalte im inneren Augenwinkel, die zudem auffällig rot ist", erklärt Prof. Dr. Helmut Höh, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg. Auch das Sehvermögen könne eingeschränkt sein. "Die Adenoviren trüben die Hornhaut fleckenförmig ein, die Flecken vernarben. Dadurch wird die Hornhaut wellig", erklärt der Augenspezialist die Ursache für die Sehprobleme." Bei den meisten Patienten würden sich diese Symptome jedoch wieder zurückbilden - aber nicht bei allen. "Bei wem die Schäden dauerhaft bleiben, lässt sich nicht vorhersagen." Eine vorsorgliche Impfung gibt es nicht. "Die beste Vorsorge ist normale Hygiene, vor allem das regelmäßige Händewaschen", betont Prof. Höh. "Und wenn mein Gegenüber knallrote Augen hat, dann halte ich besser Abstand."

Die Adenoviren werden durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion direkt von Mensch zu Mensch übertragen, aber auch indirekt, wenn verunreinigte Türgriffe angefasst oder verunreinigte Instrumente genutzt werden. "Adenoviren sind sehr umweltbeständig. Bei Zimmertemperatur können sie über Wochen ansteckend bleiben", erklärt das Lagus.

Die bislang höchste Zahl von Keratokonjunktivitis-Erkrankungen gab es in MV 2010 mit 87 registrierten Fällen.

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