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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 14:21 Uhr

Landtag MV : „Anständige Bezahlung“

vom
Aus der Onlineredaktion

Sozial- und Jugendverbände fordern vom Landtag mehr Geld, um Mitarbeiter weiter nach Tarif bezahlen zu können.

svz.de von
erstellt am 02.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Sozial- und Jugendverbände haben den Sozialausschuss des Landtags gestern mit massiven Forderungen nach mehr Geld konfrontiert. Ihnen geht es um eine Dynamisierung der seit Jahren gewährten, aber nicht erhöhten Zuschüsse, um Preis- und Lohnsteigerungen ausgleichen zu können.

So forderte der Paritätische Wohlfahrtsverband mehr Geld für Hilfs- und Beratungsangebote. „Der Entwurf des Landeshaushalts für die Jahre 2018/2019 ist für uns und unsere Träger der Hilfs- und Beratungsangebote eine große Enttäuschung“, sagte der Vorsitzende Friedrich Wilhelm Bluschke. Nahezu alle Haushaltstitel, mit denen Hilfs- und Beratungsangebote der freien Wohlfahrtspflege gefördert werden, stagnierten auf dem Niveau der Vorjahre. Die gemeinnützigen Träger würden mit den steigenden Kosten allein gelassen. Ein Plus von drei Prozent im Jahr sei nötig, was 100 000 Euro zusätzlich entspreche. Außerdem forderte der Verband 400 000 Euro zum Ausgleich unterbliebener Anpassungen in den vergangenen vier Jahren.

Auch der Landesjugendring verlangte eine Dynamisierung der Zuschüsse für die hauptamtliche Arbeit in den Jugendverbänden. Sie verharren nach Worten eines Sprechers schon seit elf Jahren auf demselben Niveau. Aktivisten demonstrierten vor Beginn der Sozialausschusssitzung gestern Morgen vor dem Schweriner Schloss für eine Erhöhung. Viele Jobs in den Jugendverbänden könnten nicht mehr nach Tarif bezahlt werden, weil die Zuschüsse nicht reichten, kritisierte der Sprecher. Der Landesjugendring habe die Regierung auf das Problem hingewiesen, jedoch sehe deren Haushaltsentwurf für die nächsten zwei Jahre erneut keine Aufstockung für die Jugendverbandsarbeit vor. Gute Arbeit müsse aber anständig bezahlt werden.

Bluschke kritisierte Manuela Schwesig (SPD) direkt: „Unsere Ministerpräsidentin fordert auf der einen Seite bessere Löhne und eine stärkere Tarifbindung im Land. Auf der anderen Seite wurden die Fördertitel für die freie Wohlfahrtspflege seit Jahren nicht erhöht. Die Träger wissen inzwischen nicht mehr, wie sie steigende Personal- und Sachkosten auffangen sollen.“

Dem Sprecher des Landesjugendrings zufolge müssen von den gewährten 1,5 Millionen Euro 39 hauptamtliche Mitarbeiter in den landesweit 23 Jugendverbänden bezahlt werden. „Bei Tarifzahlung würde ein solcher Mitarbeiter 42 000 Euro im Jahr kosten – das wären allein schon über 1,6 Millionen Euro.“ Neben den Mitarbeitergehältern würden aus den 1,5 Millionen Euro aber auch noch Ferienfreizeiten, internationale Jugendprojekte und Pilotprojekte finanziert. Der Landesjugendring fordert 350 000 Euro pro Jahr zusätzlich und dann eine jährliche Dynamisierung der Mittel, um künftige Tarif- und Preissteigerungen ausgleichen zu können.

Der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, berichtete nach der Sitzung, dass auch die Liga der Wohlfahrtsverbände und die Volkssolidarität mehr Geld für die Schuldnerberatung gefordert hätten.

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