Tourismus MV : Ansommern im Urlaubsland

Sonne, Sand, Strand: Nach dem ersten Gästeansturm zu Ostern hat in MV die Tourismussaison begonnen.
Sonne, Sand, Strand: Nach dem ersten Gästeansturm zu Ostern hat in MV die Tourismussaison begonnen.

Die Tourismusbranche im Land peilt 30 Millionen Übernachtungen an und wirbt mit umwelt- und ressourcenschonenden Angeboten.

von
22. April 2015, 08:00 Uhr

Masse mit Klasse: Die Tourismusbranche in MV will nach der Rekordjagd der Vorjahre mit Qualitätsangeboten bei der Zahl der Übernachtungen auf die 30-Millionen-Marke zusteuern. Nach dem Bestergebnis im vergangenen Jahr mit 28,7 Millionen Übernachtungen gehe es nicht mehr darum, die Kapazitäten weiter auszubauen, sondern das Niveau zu halten, sagte Jürgen Seidel, Chef des Landestourismusverbandes, gestern zum Auftakt der Tourismussaison in Schwerin. Dabei müsse die Branche umwelt- und ressourcenschonende Angebote zu ihrem Markenzeichen machen. Dazu gehörten beispielsweise klimafreundliche Campingplätze. 30 der 200 Plätze verfügten bereits über ein entsprechendes Zertifikat. In der Sternberger Seenlandschaft habe man sich zudem auf Regelungen für einen naturschutzgerechten Kanusport geeinigt. Mit der Ausgabe einer Waldaktie könnten Urlauber anfallende CO2-Emissionen durch die Aufforstung zusätzlicher Waldflächen ausgleichen. Entsprechende Angebote würden von Touristen immer stärker nachgefragt, sagte Seidel. Inzwischen geben laut Reiseanalyse 61 Prozent der Deutschen an, ihre Urlaubsreise umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. Gästen würde einer Umfrage zufolge Natur und Landschaft als authentische Merkmale des Tourismus in MV empfinden. Für 85 Prozent seien sie entscheidende Kriterien, sich für MV zu entscheiden. „Über diesen Weg hat Mecklenburg-Vorpommern gute Chancen, neue Gäste anzuziehen und Stammgäste im Land zu halten“, meinte Seidel.

Zum ansommern im Binnenland: In den Unternehmen sei zu Saisonbeginn eine positive Grundstimmung spürbar, erklärte Guido Zöllick, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes MV (dehoga). Daran scheint auch der seit Jahresbeginn geltende Mindestlohn nichts zu ändern: 8,50 Euro je Stunde – das hat die Branche vor „deutliche Herausforderungen gestellt“, meinte Zöllick. Die befürchteten massenweisen Stellenverluste blieben bislang aber aus. Allein die bürokratischen Hürden bei der Arbeitszeiterfassung stellten die Betrieb vor große Probleme. Ungeachtet der Belastungen versuche die Branche für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen, um das Fachpersonal zu halten. Gemeinsam mit der Gewerkschaft NGG wolle man z. B. neue famlienverträgliche Arbeitszeitmodelle entwickeln,

An der Qualitätsoffensive würden sich auch Hotels und Restaurants beteiligen. Das Umwelt- und Qualitätsbewusstsein sei in den Unternehmen zwar angekommen, meinte Zöllick. Noch steht die Branche aber erst am Anfang: Gerade einmal zehn Unternehmen würden sich z. B. derzeit einem Dehoga-Umweltcheck unterziehen. Darüber hinaus beteiligten sich bislang 90 Unternehmen an der Brancheninitiative ServiceQualität Deutschland. Gestern wurden in Ulrichshusen (Mecklenburgische Seenplatte) drei Hotels mit dem höchsten Umweltsiegel ausgezeichnet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen