Telefonbetrüger : Anrufe von der 110? Echte Polizei warnt

Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus.
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Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus.

Betrüger zocken in MV mit falschen Haftbefehlen und manipulierten Nummern ab

svz.de von
15. September 2017, 21:00 Uhr

Das Telefon klingelt, im Display leuchtet die Polizei-Notrufnummer 110 auf. Es meldet sich ein Beamter und warnt vor angeblich bevorstehenden Wohnungseinbrüchen. Der hilfsbereite Polizist bietet seinem Gegenüber auch gleich noch an, dessen Wertsachen und Bargeld in Sicherheit zu bringen. Wer das Angebot annimmt, sieht sein Geld nie wieder.

Die echte Polizei in Mecklenburg-Vorpommern registriert seit Monaten vermehrt Fälle dieser besonders dreisten Variante von Telefonbetrug. Die Täter geben sich als Polizisten, Staatsanwälte und Gerichtsvollzieher aus und versuchen ihre Opfer dazu zu bewegen, ihnen Geld und Wertsachen auszuhändigen. Perfektioniert wird die Charade durch manipulierte Telefonnummern. In den Displays der Opfer tauchen echte Amtsnummern auf. „Neben der 110 verwenden die Täter auch Rufnummern des Bundeskriminalamtes oder von örtlichen Polizeirevieren“, erklärt der Sprecher des Landeskriminalamtes Michael Schuldt. Falsche Polizisten und unechte Anwälte hätten in den vergangenen Monaten bereits mehr als 50 000 Euro erbeutet.

 

Der Betrug mit den manipulierten Rufnummern nennt sich „Spoofing“ und ist „eine völlig neue Masche“, erklärt Polizeisprecherin Nicole Buchfink. Die Ermittler vermuten hinter den Anrufen im Ausland agierende Tätergruppen. „In einigen Ländern ist es möglich, beliebige Rufnummern am Computer zu generieren“, weiß Buchfink. Es soll auch spezielle Apps für solche Manipulationen geben.

Eine andere Betrugsvariante , die den Ermittlern derzeit häufiger auffällt, sind gefälschte Haftbefehle. Die Empfänger werden schriftlich zu Geldzahlungen aufgefordert, um eine Haftstrafe zu vermeiden. „Die Aufmachung ist täuschend echt“, sagt Buchfink. Die Täter verwendeten Amtssiegel und echte Gerichtsadressen. Die angegebene Rufnummer sei aber falsch. „Da geht dann der kriminelle Geldbote ran.“ Doch wie kann man die Tricks durchschauen?

„Die richtige Polizei wird sich niemals mit der 110 melden“, erklärt Buchfink. Beamte würden in der Form auch nicht nach Bargeld und Wertsachen fragen.

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