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Stasi-Landesbeauftragte : Anne Drescher gilt als heiße Kandiadtin

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Für die Neubesetzung eines der wichtigsten politischen Ämter im Land zeichnet sich eine Lösung ab. Neue Landesbeauftragte für die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes wird voraussichtlich Anne Drescher.

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erstellt am 01.Jun.2013 | 04:04 Uhr

Schwerin | Für die Neubesetzung eines der wichtigsten politischen Ämter im Land zeichnet sich eine Lösung ab. Neue Landesbeauftragte für die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes wird voraussichtlich Anne Drescher. Wie unsere Redaktion aus Regierungskreisen erfuhr, soll die 50-jährige Historikerin bereits in drei Wochen in der letzten Sitzung des Landtages vor der Sommerpause von den Abgeordneten zur Landesbeauftragten gewählt werden. Frau Drescher bestätigte gestern auf Nachfrage unserer Redaktion, dass ihr das Angebot gemacht wurde. "Ich wäre auch bereit, das Amt zu übernehmen", sagte sie. Weiter wolle sie sich aber nicht dazu äußern.

Noch im April hatte sie den Posten für sich ausgeschlossen. Sie sehe ihre Perspektive mehr in der Forschung und in der Betreuung von Opfern der SED-Diktatur, sagte sie damals. Allerdings drängt die Zeit. Die bisherige Amtsinhaberin, Marita Pagels-Heineking, hatte im Januar überraschend angekündigt, nicht mehr für eine zweite Wahlperiode anzutreten. Damit endet ihre Amtszeit nach fünf Jahren am 11. August 2013.

Anne Drescher wurde 1962 geboren und war bis 1993 als Kinderkrankenschwester tätig. Seit 1994 arbeitet sie in der Behörde des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und ist seit 2007 stellvertretende Leiterin. Ein Fernstudium der Geschichte und der Philosopie an der Universität in Hagen schloss sie mit dem Titel Magister ab. Sie kann auf mehrere Publikationen unter anderem zur Geschichte des Lagers Wöbbelin nach 1945 verweisen.

Die endgültige Entscheidung ist offenbar in dieser Woche gefallen, nachdem Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) aus seinem Urlaub auf Kreta zurückgekehrt ist. Die SPD hat das Vorschlagsrecht für die Neubesetzung des Amtes. Allerdings muss die Nominierung von Anne Drescher noch mit dem Koalitionspartner CDU abgestimmt werden. Doch dies dürfte unproblematisch sein. Denn in Teilen der Union gilt die Historikerin ohnehin als Wunschkandidatin.

Rückhalt bei allen demokratischen Landtagsfraktionen hatte Marita Pagels-Heineking bei der Ankündigung ihres Amtsverzichts im Januar jedem Nachfolger gewünscht. Sie musste diesen Zuspruch zuletzt entbehren. Als Frau Pagels-Heineking im vergangenen Sommer die ehemalige Neubrandenburger IHK-Chefin Petra Hintze wegen ihrer SED-Vergangenheit kritisiert hatte, nahm der Regierungschef das zum Anlass, sie öffentlich maßzuregeln.

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