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Versuchter Mord bei Tessin : Anklage plädiert auf lebenslange Haft

vom
Aus der Onlineredaktion

Der versuchte Mord in Goritz hat für Schlagzeilen gesorgt. Doch bei den Plädoyers wurde das Interesse der Öffentlichkeit gebremst. Sie wurde ausgeschlossen.

von
erstellt am 03.Jul.2017 | 20:45 Uhr

Wegen versuchten Mordes hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für einen 30-Jährigen aus der Nähe von Tessin gefordert. Sie hielt den Angeklagten heute vor dem Landgericht Rostock für überführt, den neuen Partner seiner ehemaligen Freundin bei einen Überfall mit einem Messer lebensgefährlich verletzt zu haben. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. Seine Verteidigerin beantragte Freispruch. Das Urteil soll am nächsten Montag verkündet werden.

Zeugen hatten den gelernten Baufacharbeiter als „die Ruhe in Person“ beschrieben, er sei höflich und hilfsbereit gewesen. Dennoch war der attackierte 28-jährige Zeitsoldat sicher, dass es der Angeklagte war, der ihn in der Dämmerung des 31. Oktobers 2016 vermutlich aus Eifersucht überfiel, als er wegen einer Autopanne kurz vor Tessin auf Hilfe wartete. Als das Opfer flüchtete und sich im Wald versteckte, folgte der Täter und leuchtete den Wald mit seinen Autoscheinwerfern aus – ohne das Opfer zu entdecken.

Der Angeklagte behauptete, er habe zur Tatzeit eine Bekannte zum Bahnhof gebracht und dann seine Eltern besucht. Zurück in seinem Haus im Nachbardorf habe er zwei Stunden lang telefoniert. Laut Staatsanwaltschaft belegen Spuren und Indizien jedoch, dass der 30-Jährige der Täter ist. Die Ermittler sind zudem überzeugt, dass der vor Gericht stehende Mann dem Zeitsoldaten Stärke in den Autotank schüttete, um die Panne zu provozieren.

Im Mittelpunkt der mutmaßlichen Tat steht eine junge Frau, mit der der Angeklagte im Herbst 2015 eine Beziehung anfing. Obwohl sie kurz darauf schwanger wurde, trennte sie sich im Winter wieder von ihm. Den Kontakt hielt sie nur wegen des Kindes, das im Oktober zur Welt kam. Kurz vor der Messerattacke war der Angeklagte auf den neuen Freund seiner Ex-Partnerin getroffen, als er seine Tochter besuchen wollte. Dabei kam es zum Streit.

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Angeklagte auch etwas mit dem Verschwinden eines weiteren Ex-Freundes der Frau zu tun hat. Im Januar 2017 suchte die Polizei auf seinem Grundstück - wenn auch erfolglos – nach dessen Leiche.

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