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Mecklenburg-Vorpommern

20. Oktober 2017 | 22:03 Uhr

Anklage nach wilder Verfolgungsjagd

vom

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2010 | 06:56 Uhr

Schwerin/Hof | Nach einer filmreifen Verfolgungsjagd hatte das Spezialeinsatzkommando (SEK) des Schweriner Landeskriminalamtes (LKA) vier Autoschiebern das Handwerk gelegt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft im bayrischen Hof Anklage erhoben. "26 Diebstähle hochwertiger Fahrzeuge legen wir den Angeklagten zur Last", sagte gestern der Leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt gegenüber unserer Redaktion. Schaden: Über eine Million Euro. Die Männer aus Litauen im Alter von 26, 27, 32 und 38 Jahren sitzen seit ihrer Festnahme im Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.

Den ersten BMW X 5 stahlen die Autoknacker im Juni 2009 bei einem Händler in Hof. Nur einen Tag später wurde das Auto noch einmal in Mecklenburg-Vorpommern gesehen, bevor es über die polnische Grenze für immer verschwand. In Bayern setzte die Bande ihren Raubzug durch Autohäuser in Pegnitz, Fürth und München fort.

Dabei überwanden die Banden mit moderner Elektronik die komplizierten Alarm- und Sicherungssysteme der Luxuskarossen mühelos. Anschließend flohen die Täter sofort samt ihrer wertvollen Beute ins Ausland zurück.

Dennoch kam die Polizei den Litauern auf die Spur. Am 21. Oktober wurden die Diebe beobachtet, wie sie zwei BMW-Luxuslimousinen der 7er Serie vom Gelände eines Händlers in Warendorf in Nordrhein-Westfalen stahlen. Da zu befürchten war, dass die Bandenmitglieder auch diese beiden Autos über Mecklenburg-Vorpommern Richtung Polen und Litauen bringen würden, wurde das Schweriner LKA um Mithilfe gebeten. Die Behörde reagierte schnell. "Das SEK und andere Polizeieinheiten errichteten eine Sperre auf der Bundesstraße 104 in Ritzerow bei Stavenhagen, dort war der Zugriff geplant", berichtete LKA-Sprecher Olaf Seidlitz.

Ein Fluchtfahrzeug hielt, das zweite durchbrach die Sperre und konnte erst nach einer wilden Verfolgungsjagd von Polizeiwagen eingekeilt werden. An dem gestohlenen BMW und an den Polizeifahrzeugen entstand dabei erheblicher Sachschaden. Die vier Männer waren im Anschluss an ihre Festnahme nach Hof in Bayern gebracht worden. Dort schloss sich der Ermittlungsrichter dem Antrag der Staatsanwaltschaft Hof auf Haftbefehl wegen schweren Bandendiebstahls an. "Wann der Prozess stattfinden wird, ist vom Gericht noch nicht entschieden worden", sagte Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt.

Mecklenburg-Vorpommern ist häufig Transitland für Autoschieber in Richtung Osteuropa. Bereits ein Jahr zuvor war der Polizei eine spektakuläre Festnahme auf der Ostseeautobahn gelungen. Ein 35-Jähriger aus Polen war mit einem in Hamburg gestohlen BMW X5 unterwegs, als die Polizei in Schwerin informiert wurde. Spezialkräfte erzeugten mit Zivilfahrzeugen hinter Wismar einen künstlichen Stau auf der A 20 und zogen den Autodieb aus dem Verkehr.

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