Prozess gegen 32-Jährigen : Anklage nach Brand am Haus von Ex-Ministerin Kuder

Ex-Landesjustizministerin Uta-Maria Kuder (CDU)
Ex-Landesjustizministerin Uta-Maria Kuder (CDU)

Ein Feuer am Wohnhaus der früheren Justizministerin MVs sorgte kurz vor der Landtagswahl 2016 für Aufregung. Verletzt wurde niemand. Ein politisches Motiv wurde später ausgeschlossen. Nun ist Anklage erhoben worden.

svz.de von
26. Mai 2017, 20:45 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat wegen der Brandstiftung am Haus der früheren Landesjustizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) Anklage erhoben.

Einem 32 Jahre alten Mann aus der Nähe von Greifswald werde schwere Brandstiftung vorgeworfen, sagte Behördensprecher Martin Cloppenburg gestern. Dafür gebe es eine Reihe von Indizien. Der Beschuldigte, ein Bekannter der Familie Kuder, bestreite die Tat. Der Prozess soll vor dem Amtsgericht Greifswald stattfinden.

Das Feuer war am 31. August 2016 an dem einsam im Wald gelegenen Haus der Familie Kuder bei Diedrichshagen (Kreis Vorpommern-Greifswald) gelegt worden. Verletzt wurde damals niemand. Kuder war zu der Zeit in Schwerin und nicht in Diedrichshagen.

Wegen der Nähe zur Landtagswahl wurde anfangs auch ein politisches Motiv für die Tat geprüft. Der Staatsschutz ermittelte, führende Landespolitiker reagierten betroffen. Die Ermittler schlossen ein politisches Motiv später aber aus.

Der Täter hatte laut Polizei damals abends Gartenmöbel übereinandergestapelt und mit einer brennbaren Substanz angezündet. Im Haus hielt sich am späten Abend eine Bekannte auf. Kuders Mann war zu der Zeit im Wald unterwegs, kam aber dann zurück und löschte das Feuer, bevor das Haus stärker in Brand geriet. Der Schaden wurde auf 3000 Euro geschätzt. Das Motiv des Beschuldigten sei noch unklar, erklärte Cloppenburg: „Wir vermuten persönliche Gründe, wissen das aber noch nicht näher.“

Das Haus wie auch der umliegende Wald gehört der Universität Greifswald. Kuders wohnten dort zur Miete, hieß es damals. Die damalige Justizministerin verlor nach der Landtagswahl ihr Amt.

Winfried Wagner

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