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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 05:07 Uhr

Leukämie : Angy schöpft wieder Hoffnung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Leukämiekrankes Mädchen aus dem Kongo zur Behandlung nach Rostock geflogen

In ihrer Heimat, dem Kongo, gab es kaum eine Überlebenschance für Angy. Aber jetzt haben die Achtjährige und ihre Mutter Marie-Louise Itela wieder Hoffnung geschöpft. Das leukämiekranke Mädchen aus Afrika ist zur Notfallbehandlung in die Rostocker Universitätsklinik gebracht worden. Und hier sehen Kinderarzt Prof. Dr. Carl-Friedrich Classen und sein Team gute Chancen, dass Angy wieder gesund wird.

Classen erzählt, wie es zur Diagnose kam: „Wir haben sie im Mai gestellt: Angy leidet unter einer Akuten Lymphatischen Leukämie.“ Das Mädchen sei zwar in einer Klinik in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa behandelt worden und habe sich in einem stabilen Zustand befunden. „Eine angemessene Behandlung mit Zytostatika, Medikamenten, die das Zellwachstum hemmen, ist dort aber offenbar nicht möglich“, sagt Classen.

Mit den in Rostock vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten könne man etwa neun von zehn Kindern mit der Diagnose heilen. „Unbehandelt würden sie fast alle sterben.“ Für Angy steht nun eine Chemotherapie mit vielen Medikamenten an, die auch zahlreiche Nebenwirkungen haben. „Aber die Kinder überstehen sie fast immer gut“, so Classen.

Die Behandlungskosten von etwa 80 000 Euro werden über Spenden getragen: durch „Ein Herz für Kinder“, den „Stiftungsfonds Behandlungshilfe“ und die „Aktion Kinderträume“.

Für Angy, ihre fünfjährige Schwester und die alleinerziehende Mama Marie-Louise Itela ist es der erste Aufenthalt außerhalb ihrer Heimat. „Schon an den ersten zwei Tagen wusste ich, dass es hier gut wird“, sagt Itela, deren Sorgenkind stark abgemagert in Deutschland ankam. Nach den ersten zwei Behandlungswochen ist Angy immer noch schüchtern, reagiert aber schon auf die Annäherungsversuche von Französisch sprechenden Ärzten und Schwestern. „Angst habe ich nicht“, sagt sie leise, „meine Mama ist ja da.“ Angys jüngere Schwester hat eine Mitarbeiterin von Health Focus in ihre Obhut genommen.

Angys Mutter setzt all ihre Hoffnung in die Rostocker Mediziner. „Auf dem Flughafen musste ich meine Tochter tragen. Alles tat ihr weh“, erzählt sie. „Und gestern fuhr sie schon auf dem Spielzeugtraktor durch den Wintergarten der Station“, sagt Classen. Ein klitzekleiner Fortschritt, der enorme Freude auslöste.

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