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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 12:29 Uhr

Angst vorm Dammbruch

vom

svz.de von
erstellt am 01.Nov.2007 | 08:00 Uhr

Keine leichte Zeit für Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Da lösen sich seine Börsenpläne - zumindest vorerst - in Luft auf. Und gleichzeitig muss er befürchten, dass die Richter des Sächsischen Landesarbeitsgerichts ihm heute eine weitere Niederlage bescheren. Von ihrem Urteil hängt eine Menge ab: Erlauben sie der Gewerkschaft der Lokführer auch den Fern- und Güterverkehr lahm zu legen, erhöht sich deren Druckpotenzial gewaltig.

Vor Gericht geht es dabei nicht um die Frage, ob eine Forderung von 31 Prozent mehr Lohn angemessen ist. Es geht grundsätzlich um das Recht auf Streik. Die GDL kämpft für einen eigenständigen Tarifvertrag und will damit ihren Konkurrenzgewerkschaften das Wasser abgraben.

Die Frage in Chemnitz lautet: Ist es verhältnismäßig, den Zugverkehr zu bestreiken und damit massive volkswirtschaftliche Schäden zu verursachen, um sich gegenüber den anderen Gewerkschaften durchzusetzen? Nicht ganz zu Unrecht befürchtet die Bahn einen tarifpolitischen Dammbruch.
Was tun? Eine Frage, die vor das Bundesverfassungsgericht
gehört - wo sie, ganz gleich, wie das Chemnitzer Urteil ausfällt, nun wohl auch landen dürfte. Ein Betrieb, ein Tarifvertrag - dieses Prinzip der Tarifeinheit steht auf dem Spiel. Es geht um Grundsätzliches für ganz Deutschland.

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