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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 05:03 Uhr

Angst um Bäume im Lindenpark

vom

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2012 | 07:58 Uhr

Über Rostocks Alten Friedhof sollen noch in diesem Frühjahr Bagger rollen. Die Deutsche Telekom plant, fünf marode Kabelschächte, die unter dem heutigen Lindenpark verlaufen, zu erneuern. Erste Absperrungen stehen schon jetzt zwischen den knorrigen Linden.

Anwohner und das städtische Denkmalpflegeamt sind besorgt. Sie fürchten, dass bei den Bauarbeiten Bäume beschädigt werden könnten. Schließlich handelt es sich beim Lindenpark nicht nur um die grüne Lunge der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, sondern auch um eine denkmalgeschützte Anlage, die mit ihrer langen Geschichte als Grabstätte besonders sensibel behandelt werden muss. „Jeder Eingriff im Lindenpark muss deshalb sorgsam abgewägt werden“, sagt Anette Niemeyer (Aufbruch 09). Als Vorsitzende des Ortsbeirats Kröpeliner-Tor-Vorstadt weiß sie, dass der Park nicht nur dem Gremium, sondern vielen Einwohnern des Stadtviertels am Herzen liegt.

Stadtkonservatorin Uta Jahnke weist darauf hin, dass die Pläne der Telekom einen Eingriff in ein Gartendenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes bedeuten. „Wir fordern deshalb, dass ein Baumgutachter in die Planungen einbezogen wird“, sagt die Mitarbeiterin des städtischen Amtes für Kultur und Denkmalpflege. Die Behörde will den Arbeiten erst zustimmen, wenn klar ist, dass das Risiko, Bäume zu beschädigen, so klein wie möglich ist. In einem Schreiben an die Telekom hat die Denkmalschutzbehörde deshalb verlangt, dass alternative Sanierungsmethoden – zum Beispiel in geschlossener Bauweise – geprüft werden. Auch alternative Trassen sollen untersucht werden, bevor die Lindenalleen im Park aufgebuddelt werden.

Darüber, ob die Leitungen auch umverlegt werden können, macht die Deutsche Telekom bislang keine Angaben. „Eine Begutachtung hat ergeben, dass die fünf alten Kabelschächte nicht mehr sicher sind und ausgetauscht werden müssen. Dieser Verpflichtung wollen und müssen wir nachkommen“, sagt Unternehmenssprecher Jürgen Will zu den geplanten Arbeiten. Auf andere Forderungen der Denkmalschützer will die Telekom eingehen.
Laut Will soll es schon in der kommenden Woche ein Gespräch mit einer Baumgutachterin geben. „Mit ihr werden wir über die möglichen Auswirkungen auf die Bäume sprechen“, sagt er. Die Telekom versichert außerdem: Bei der Erneuerung der Kabelkanäle im Park, durch die vor allem Kunden in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt versorgt werden, sollen kleinteilige Geräte und Schächte verwendet werden. So kommen passende Bagger und Handgeräte zum Einsatz.

Außerdem werden die Wege mit Bohlen geschützt. „So soll die Belastung für den Baumbestand insbesondere durch den notwendigen Technikeinsatz minimiert werden“, sagt Will. Bis Ende Juni will die Telekom mit der Schachtsanierung fertig sein. Will verspricht: „Wir stehen dafür gerade, dass es hinterher wieder so aussieht wie vorher.“


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