zur Navigation springen

Tag der offenen Tür in Warin : Angst nehmen vor dem Pflegeheim

vom

„Wir können uns über die Auslastung nicht beklagen", erklärte gestern Nancy Wünsch, stellvertretende Pflegedienstleiterin im Heim Am Glammsee in Warin, das vom Diakonieverein Güstrow betrieben wird.

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2012 | 11:55 Uhr

Warin | "Wir können uns über die Auslastung nicht beklagen", erklärte gestern Nancy Wünsch, stellvertretende Pflegedienstleiterin im Heim Am Glammsee in Warin, das vom Diakonieverein Güstrow betrieben wird. 122 Plätze gibt es, davon sind 119 belegt. Die wenigen freien Plätze resultieren aus den jüngsten Sterbefällen. Die Betten werden nicht gleich wieder neu belegt. Man wolle auch den Angehörigen Zeit lassen, den Nachlass zu regeln, so Nancy Wünsch. Es gibt nach wie vor viele Anfragen nach Pflegeplätzen in Warin. Teils müsse man die Suchenden auf später vertrösten.

Trotz des Zulaufs warb das Diakonie-Pflegeheim Am Glammsee in Warin gestern mit einem Tag der offenen Tür. "Es geht uns darum, Ängste abzubauen bei der älteren Klientel", erklärte Nancy Wünsch. Sie hört immer wieder von Angehörigen, die sich hingebungsvoll um ihre Lieben zu Hause kümmern, dass die Pflege irgendwann über ihre Kräfte geht. Kinder und Enkel wollen aber am liebsten den Wunsch der Senioren erfüllen, die sagen, dass sie nie in ein Heim wollen. Oft gewinnen diejenigen, die sich dann einmal in einem solchen Haus umgeschaut haben, ein ganz anderes Bild.

Wenn sich jemand für einen Pflegeplatz interessiert, führen die Verantwortlichen der Diakonie die Gespräche in den Wohnungen der Betroffenen mit Familienangehörigen bzw. im Krankenhaus. Bei den jüngsten Gesprächen ermunterte Nancy Wünsch die Angehörigen, auch den Tag der offenen Tür zu nutzen, um sich ein besseres Bild von der Wariner Einrichtung zu verschaffen.

Die stellvertretende Pflegedienstleiterin führte gestern Interessenten durch das Haus, in dem sich ca. 70 Mitarbeiter um die Bewohner kümmern. Überwiegend leben diese in Zwei-Bett-Zimmern. Der aktuelle Trend bei den Anfragen gehe zu Einzelzimmern, so Wünsch. Besonders bei denjenigen, die viel Besuch von Familienangehörigen bekommen. In anderen Fällen bringen Zwei-Bett-Zimmer auch Vorteile, weil sie der Vereinsamung entgegenwirken. Die Besucher konnten sich gestern davon überzeugen, dass es im Pflegeheim auch viele Ecken gibt, in die sich die Bewohner zurückziehen können. Teils sind sie mit rustikalen Möbeln ausgestattet, wie die Älteren sie aus ihrer Jugend kennen. Besucher erlebten gestern u.a. Beschäftigungsangebote für die Älteren. So traf sich eine Seniorengruppe um Ergotherapeutin Raina Hirch zum Kegeln. Gut angenommen wird u.a. auch die Entspannungstherapie in einem dafür eigens hergerichteten Raum.

Nancy Wünsch war es gestern auch wichtig, den Gästen das würdevolle Aufbahrungszimmer zu zeigen, in dem Angehörigen von den Verstorbenen Abschied nehmen können.

Wichtiges Thema in den Gesprächen mit Interessenten waren natürlich auch die Preise. Die Selbstbeteiligung ist abhängig von der Pflegestufe und liegt in der Wariner Einrichtung derzeit zwischen weniger als 900 Euro für die Pflegestufe 1, über 1200 Euro für Stufe 3 und fast 1500 Euro für Bewohner ohne Pflegestufe. Wenn die eigenen Mittel nicht ausreichen, können die Bewohner ihren Anteil über das Pflegewohngeld und Leistungen des Sozialamtes aufstocken, so Nancy Wünsch. Sie habe noch nicht erlebt, dass Bedürftige mit kleinen Renten auf einen Platz im Pflegeheim verzichten mussten. Allerdings bleibe in solchen Fällen wenig Taschengeld für die Bewohner übrig, das sie beispielsweise für Extras wie Friseur und Fußpflege einsetzen können.

Auch angesichts der Kosten sind die Menschen, die heute ins Heim kommen, im Durchschnitt weit älter und pflegebedürftiger als noch vor einigen Jahren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen