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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 03:00 Uhr

"Angst macht ein enges Herz“

vom

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2012 | 09:04 Uhr

Und plötzlich steht er vor ihm: Als Joachim Gauck gestern Ernst Gotzian entgegen lacht und ihm die Hand reicht, kann der Inhaber des Parkhotels Klüschenberg in Plau am See es kaum fassen. Bald wird Gauck nicht mehr einfach so in ein Hotel spazieren können. Spätestens dann nicht mehr, wenn die Bundesversammlung den Mecklenburger zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt hat.
Doch vor der Wahl war es dem gebürtigen Rostocker wichtig, noch einmal bei „seiner“ Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs vorbeizuschauen. Günstig, dass die Synode der Kirche, also eine Versammlung der Kirchenspitzen, aktuell in Plau am See tagt. „Es war ein ziemlicher Überraschungsbesuch“, sagt Kirchensprecher Christian Meyer. Denn selbst die Synodenbesucher wussten nicht alle von dem besonderen Gast.
In seiner Rede fand Gauck große Wort für Mecklenburg, die Kirche und seinen Glauben: „Ich habe gespürt, dass die Zeit als Pastor in Mecklenburg mich sehr geprägt hat. Als wir Gemeinde gebaut und unseren christlichen Glauben verteidigt haben. Diese Zeit in meinem Leben ist wichtiger, als die Zeit in der ich später berühmt oder bekannt wurde.“ Auch seinen Besuch erklärte Gauck. Er habe „einen persönlichen Kontakt zur mecklenburgischen Kirche und ein Vier-Augen-Gespräch mit Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn gewünscht“, sagte er.
Zukunftsfragen hingen stets mit Hoffungen und Chancen zusammen und ebenso „mit der Angst, aus Vertrautem herauszufallen“. Angst sei zwar menschlich, helfe aber nicht weiter. „Angst macht kleine Augen und ein enges Herz.“
Einer Umfrage zufolge setzt die Mehrheit der Deutschen Hoffnungen auf Gauck als Vermittler zwischen Bürgern und Politik. Nach der gestern in Köln veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap denken 59 Prozent von 1000 Befragten, dass es ihm gelingen wird, wieder das Vertrauen der Bürger in die Politik zurückzugewinnen.
Gaucks Wahl gilt als sicher. Als aussichtslos gilt dagegen die Kandidatur der als Nazi-Jägerin bekanntgewordenen Beate Klarsfeld. Sie wurde von der Linkspartei nominiert.


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