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Mecklenburg-Vorpommern

19. Oktober 2017 | 13:15 Uhr

Dorsch : Angler wollen höheres Fanglimit

vom
Aus der Onlineredaktion

Landesverband setzt bei Dorsch auf freiwillige Selbstverpflichtung

Die Angler in Mecklenburg-Vorpommern setzen der staatlichen Begrenzung der Fangmengen bei Dorsch einen eigenen Vorschlag entgegen. Sie fordern, dass Dorsche erst ab einer Länge von 45 statt wie jetzt mit 35 Zentimetern mitgenommen werden dürfen. Erst dann seien die Fische fortpflanzungsfähig. In der Laichzeit sollten gar keine Dorsche gefangen werden. Im Gegenzug wolle der Verband eine Erweiterung des Fanglimits von fünf auf zehn Dorsche pro Tag und Angler durchsetzen, sagte der Präsident des Landesanglerverbandes, Karl-Heinz Brillowski, am Sonnabend auf der Landesdelegiertenkonferenz in Linstow (Landkreis Rostock).„Im Durchschnitt liegt der Tagesfang pro Angler ohnehin nur bei drei Dorschen“, sagte er. Die höhere Zahl sei aber wichtig für den Tourismus und die Betreiber von Kuttern. Seit der Einführung des Fanglimits gebe es Stornierungen bei Angelfahrten. Die Anbieter rechneten mit bis zu 20 000 Euro Einbußen pro Kutter in diesem Jahr.

Ziel des Anglerverbandes sei es, die Fangbeschränkungen für Dorsche ab 2019 wieder ganz aufzuheben. Nach Angaben des Internationalen Rates für Meeresforschung erholt sich der Dorsch in der westlichen Ostsee sehr schnell. Bereits 2019 wären mehr Elterntiere da als für eine nachhaltige Bewirtschaftung notwendig sind.

Dagegen sagte Agrarstaatssekretär Jürgen Buchwald, wegen der noch schlechten Bestandssituation bei Dorsch und Hering müssten sich die Freizeitfischer voraussichtlich auch 2018 wieder auf Fangbegrenzungen einstellen. Möglicherweise werde die EU die Tagesfangbegrenzungen sogar verstetigen, meinte er.

Weiter treibt die Angler laut Brillowski um, dass Naturschutz immer häufiger zu Nutzungsverboten führt.

Insgesamt habe sich die Gewässerfläche des Verbandes aber erhöht, wie Buchwald sagte. Im Vorjahr seien 39 neue Fischereipachtverträge hinzugekommen. Den Anglern stünden 8000 Hektar eigene und gepachtete Gewässer zur Verfügung. Der Verband hat rund 44 000 Mitglieder. Damit gehört er laut Ministerium nach dem Kleingartenverband und dem Fußballverband zu den größten Interessenvertretern im Land.

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