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Der heiße Draht : Angelsport mit dreckigem Haken

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Iris Oldörp ist verärgert: „Ich mache jeden Morgen eine Grundstücksbegehung und mähe die Koppel und sammle ich den Müll immer wieder weg". Immer wieder räumen Angler ihre Hinterlassenschaften nicht mit.

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2012 | 12:31 Uhr

Bützow | Iris Oldörp ist verärgert: Zum wiederholten Male haben Angler vor dem Triensee ihren Müll nicht weggeräumt. "Ich mache jeden Morgen eine Grundstücksbegehung und mähe die Koppel, und weil ich von dem Unrat weiß, sammle ich den Müll immer wieder weg", sagt Iris Oldörp, die im angrenzenden Reetdachhaus am Seehof 2 lebt und die Koppel dazu gepachtet hat. Immer wieder kommen Angler zu der scheinbar beliebten Stelle und nehmen ihre Hinterlassenschaften nicht mit.

Wenn man sich hier aufhält, dann könne man seinen Müll doch in richtigen Tonnen entsorgen, sagt sie. Zumal einige Angler sogar mit Autos aus verschiedenen Regionen anreisen, wie die Kennzeichen verraten, und nahe des Sees zelten, sagt Angler Gunther Gatzke. Seit zwei Jahren wohnt Iris Oldörp am Triensee, und räumt seitdem den Müll weg. Angenehm ist das nicht gerade. Neben etlichen Verpackungs- und ab und zu auch Essensresten, habe sie beim Aufsammeln auch schon "Menschenkot" in der Hand gehabt. "Einmal wurde der Müll sogar in eine weiße Plastiktüte, die dann auf dem See zum Ufer des Nachbarhauses schwamm, gepfropft", berichtet Iris Oldörp.

"Ich möchte doch, dass die Natur so bleibt wie sie ist", nennt sie den Grund für das jahrelange Wegsammeln. "Wenn erst einmal einer etwas hinschmeißt, dann macht es eventuell auch ein Zweiter , und so wird es ja immer mehr", sagt auch Gunther Gatzke. Der Bützower Angler regt solch unachtsames Verhalten auf.

Udo Schönherr, Vorsitzender des Bützower Sportanglervereins, weiß um das Problem am Triensee. "Wir hatten wegen eines dreckigen Platzes schon einmal eine Anzeige, und ein Mitglied des Vorstandes hat das Stück Erde dann sauber gemacht", erzählt Schönherr. Er sowie die anderen Vorstandsmitglieder appellieren immer wieder an ihre Mitglieder, den jeweiligen Angelplatz sauber zu hinterlassen. Meist funktioniere das auch.

"Aber bei 500 Mitgliedern gibt es immer mal wieder ein paar schwarze Schafe, die sich nicht an Hinweise halten", sagt Udo Schönherr vom Bützower Sportanglerverein. Dieser ist für die Bewirtschaftung des Triensees verantwortlich. Der Landesanglerverband hat das Gewässer vom Land Mecklenburg-Vorpommern, das Eigentümer des Triensees ist, gepachtet. Ihm tun solche Vorfälle auch leid, aber er sowie die anderen Vorstandsmitglieder seien ehrenamtlich tätig und nicht hauptamtlich. "Wir können nicht jedem hinterherlaufen", sagt Udo Schönherr.

Für Iris Oldörp ist es wichtig, dass das Areal am See in einem sauberen Zustand ist. Sie möchte in einigen Wochen in ihrem Haus am Seehof Ferienzimmer anbieten und dann eine schöne Anlage vorweisen. "Wenn hier weiterhin Müll rumliegt, kann das mitunter rufschädigend sein", sagt sie.

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